Intendant der Mörbischer Seefestspiele feierte mit "Die Fledermaus" von Johann Strauß seine letzte Premiere am Neusiedlersee. Grund zur Trauer ist das für den 80-Jährigen jedenfalls nicht, wie er kurz vor der Vorstellung erklärte: "Ich gehe ja danach nicht ins Grab."
Außerdem sei die heurige Produktion "so gut, wie sie nie mehr sein wird, und so gut, wie sie noch nie war". Viele Mitwirkende auf und hinter der Bühne, wie etwa die Staatsopernsängerinnen Daniela Fally, Alexandra Reinprecht oder auch Helmut Lohner, hätten Serafin Freundschaftskonditionen angeboten: "Wir haben so viele großartige Leute im Team, die könnte ich mir ja gar nicht leisten." Auch nach der letzten Saison in Mörbisch wird Serafin nicht die Hände in den Schoß legen, wie sein Sohn Daniel verriet: "Wir planen schon die nächsten Projekte, aber nach 20 Jahren kann er am Höhepunkt seines Schaffens ohne Wehmut gehen."
"Es ist knochenharte Arbeit"
Etwas anders sah das Life Ball-Organisator Gery Keszler: "Manche Menschen sollten einfach immer weitermachen müssen. Es sieht ja so leicht aus, wie er alles macht, aber es ist knochenharte Arbeit." Schauspielerin Waltraud Haas erzählte, was den in Litauen geborenen Serafin so besonders mache: "Er hat diesen Charme, kombiniert mit dem richtigen Witz und das ist eine seltene Gabe. Mörbisch kann froh sein, dass es ihn hatte."
Das Mekka der Operette
Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl sprach jedenfalls seinen Dank aus: "Er hat wirklich großartige Leistungen erbracht und ich habe ihn zum ersten Mal schon vor Jahren gebeten, nicht aufzuhören. Er hat Mörbisch zum Mekka der Operette gemacht." Voll des Lobes war auch Kammersängerin Birgit Sarata, die allerdings die letzte Premiere unter Serafins Intendanz ohne weinenden Augen sah: "Jeder muss ja auch einmal gehen, sonst wären ja zum Beispiel alle Politiker schon 98 Jahre alt."
"Schwierige Aufgabe" für Nachfolgerin
Respekt vor dem Platz, den Serafin hinterlässt, hatte Moderator Edi Finger Junior: "Ich möchte nicht sein Nachfolger sein und in diese riesigen Schuhe steigen." Dagmar Schellenberger, die ab der nächsten Saison auf den "Mr. Wunderbar" folgt, werde eine "sehr schwierige Aufgabe" haben.
Stell-dich-ein der Promi- und Polit-Welt
Die Premiere nicht entgehen lassen wollten sich auch die Schauspieler und Künstler Maximilian Schell, Peter Weck, Edith Leyrer, Albert Fortell, Adi Hirschal und Gerhard Tötschinger. Außerdem nahmen Benimm-Experte Thomas Schäfer-Elmayer, Anwalt Manfred Ainedter, Musical-Star Marika Lichter, Ex-Postbus-Chef Heinz Stiastny, Ex-Kanzlergattin Sonja Klima und Baumeister Richard Lugner Platz. Aus den Reihen der heimischen Politik gaben sich unter anderem Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek, Verteidigungsminister Norbert Darabos, Sozialminister Rudolf Hundstorfer, Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich sowie die Landeshauptleute von Wien Michael Häupl und der Steiermark Franz Voves ebenso ein Stelldichein wie Alt-Bundeskanzler Franz Vranitzky.