Handball: Österreichs Männer treffen im WM-Qualifikations-Playoff auf Slowenien

Österreicher bestreiten erstes Spiel auswärts 'Hätte schlimmer, aber auch besser kommen können'

"Es hätte schlimmer, aber auch besser kommen können", lautete die erste Reaktion von Teamchef Rainer Osmann nach der Auslosung für das WM-Qualifikations-Playoff in Zürich, die der österreichischen Handball-Nationalmannschaft Slowenien als Gegner beschert hatte. Die ÖHB-Männer, die um ein WM-Ticket für Deutschland 2007 und die erste Teilnahme an einem internationalen Großereignis seit der A-WM in Schweden 1993 kämpfen, sind gegen den EM-Zweiten von 2004 krasser Außenseiter, genießen aber den Vorteil des Heimrechts im Rückspiel am 17./18. Juni. Die erste Partie geht am 10./11. Juni in Slowenien in Szene.

Während der österreichische Männer-Handball seit fast 13 Jahren sein Dasein in der internationalen Bedeutungslosigkeit fristet und unter anderem die Quali-Playoff-Pleiten gegen Spanien 2002 (WM), Polen 2003 (EM) und die Slowakei 2005 (EM) verbuchte, waren die Slowenen seit 1994 bei jeder Welt- und Europameisterschaft vertreten. Auch auf der Handball-Bühne der Olympischen Spiele hinterließ Österreichs südlicher Nachbar, der seit 1992 ein unabhängiger Staat ist, seine Fußabdrücke. In Sydney 2000 belegte der wohl übermächtige ÖHB-Gegner den achten Platz, das Unternehmen Athen 2004 beendeten die Slowenen auf Rang elf.

Vor zwei Jahren gelang im Rahmen der Heim-EM in Laibach mit der Silbermedaille der ganz große Wurf. Vor 7.000 fanatischen Zuschauern musste sich der Gastgeber im Finale Deutschland mit 25:30 geschlagen geben. Der EM-Auftritt der vergangenen zehn Tage in der Schweiz bot den slowenischen Fans jedoch weniger Grund zur Freude. Mit drei Hauptrunden-Niederlagen gegen die Großkaliber Frankreich (30:34), Deutschland (33:36) und Spanien (33:39) verabschiedete man sich aus dem Turnier.

"Slowenien ist haushoher Favorit"
Teamchef Osmann, der bei der Auslosung im Rahmen des EM-Finaltages in Zürich ebenso anwesend war wie ÖHB-Generalsekretär Martin Hausleitner, steckte die Fronten im ungleichen Duell aber dennoch klar ab: "Slowenien ist haushoher Favorit. Russland oder Island wären zwar noch schlimmer gewesen, aber wenn man sich die möglichen Gegner ansieht, hätte man keinen als leicht bezeichnen können." Neben den Slowenen, Russland und Island hätten die Osmann-Schützlinge noch auf Ungarn, Norwegen, Polen, Serbien-Montenegro und die Ukraine treffen können.

Hausleitner sah es ähnlich, hofft aber so wie Osmann auf eine Überraschung: "Es ist das schwerste Los, bei dem noch eine Sensation möglich ist. Bei Russland hätte man dies nicht sagen können." Wo das im Falle eines guten Auswärts-Auftrittes entscheidende Heimspiel stattfinden wird, steht zwar noch nicht fest, die Planung für die Playoff-Vorbereitung läuft aber schon auf Hochtouren.

"Wir haben uns bei der EM um Auswärts-Testspiele gegen hochkarätige Teams bemüht, denn vor allem auswärts müssen wir bestehen", erklärte Osmann, der in der Schweiz drei EM-Spiele der Slowenen beobachtet hatte. "Da gab es viel Licht, aber auch viel Schatten", analysierte der Deutsche, der aber warnte: "Ein Playoff-Duell ist eine ganz andere Situation.

(apa)