Was hat auf der Xbox 360 mehr Eier als ein 900 Pfund schwerer Kampfkoloss? Korrekt vermutet, nichts. Und was selbst einen Marcus Fenix aus Gears of War in Verlegenheit bringen kann, sollte jedem halbwegs actionorientierten Konsolenbesitzer Freudentränen in die Augen treiben: Der Master Chief feiert gegen Jahresende in Halo 4 endlich seine Rückkehr. NEWS.AT hatte die Gelegenheit in San Francisco, sich von den Verantwortlichen bei 343 Industries ein Update geben zu lassen. Soviel schon vorweg: Ernüchternd war nur die Tatsache, dass vom heimlichen Xbox-Maskottchen nicht mehr zu sehen war.
Die Mjolnir-Panzerung glitzert vom riesigen Präsentations-Bildschirm als wäre es gerade Weihnachten geworden. Spätestens jetzt sollte man aber auch begriffen haben, dass das Christkind normalerweise keinen UNSC-Karabiner im Anschlag hält und es tatsächlich etwas Neues zum Master Chief zu sehen gibt. Der Rausch, in die Tiefen von Halo 4 eingeweiht zu werden, währt aber nicht lange. Frank OConnor (geistiger Vater des Halo-Universums), Kiki Wolfkill (Produzent) und Josh Holmes (Creative Director) halten gut 15 Minuten lang einen monofrontalen Vortrag und komplimentieren im Anschluss die Journalisten-Herde hinaus, um die nächste anzufüttern. Immerhin: Es gibt zwei neue Trailer sowie ein bisschen In-Game-Engine zu sehen, Andeutungen zum Mehrspieler-Modus und eine neue, große Unbekannte im Solisten-Abenteuer.
343 Industries hat die Neuigkeiten in einem Video zusammengefasst
Ein mächtiger Feind
Kommen wir gleich zur großen Unbekannten und erinnern uns kurz an das Ende von Halo 3: Der vermeintliche Tod des Master Chiefs endet nach dem Abrollen der Credits damit, dass er seine virtuelle Gespielin Cortana entfernt, sie bittet, ihn im Notfall zu wecken, und sich dann die Gefrierkammer verabschiedet. Fakt ist nun auch, dass der Master Chief in Halo 4 wieder putzmunter dastehen wird, es also einen Grund gibt, ihn zu wecken.
Frank OConnor meinte dazu, dass kein bislang bekannter Widersacher das wahre Übel darstellen und dass eine neue, noch dünklere Bedrohung den Master Chief aufs Letzte herausfordern werde. Halo 4 wird übrigens auch der erste Teil einer neuen Trilogie sein und kann im Hinblick auf die Story als direkte Fortsetzung von Halo 3 bezeichnet werden. Spielerisch wurde von allen Seiten versichert, dass man alten Wurzeln treu bleiben, aber dennoch wesentliche Neuerungen mit einbringen werde. Punkt. Kiki Wolfkill betonte noch, dass sich das Team insbesondere Gedanken zum HUD des Master Chief mache. Mehr war nicht in Erfahrung zu bringen.
Einmal Riesen-Mech, bitte!
Spielbar waren leider weder Einzel- noch Mehrspieler-Szenen, ein Trailer zu den zwei Multiplayermaps blitzte aber mit kleinem Novum auf. Wraparound und Warhouse, so die (derzeitigen) Namen der Maps, unterschieden sich auf den ersten Blick kaum von der unterkühlten Levelarchitektur, die man noch vom ehemaligen Entwickler Bungie gewohnt ist. Überraschend hingegen der grafische Detailreichtum und der gigantische Mech, um den die Map Warhouse aufgebaut scheint. Zumindest für die Kampagne darf man hoffen, diesen Blech-Goliath vielleicht auch in Action zu sehen.
Letztlich verriet Josh Holmes noch ein spielerische Details der Mehrspieler-Gefechte: Waren Ausrüstungsmerkmale der Charaktere bislang rein optischer Firlefanz, sollen sie in Halo 4 Auswirkungen aufs Gameplay haben. Das übrigens noch schneller vonstatten gehen und eine neue Spartaner-Klasse einführen soll. Das klingt zweifelsohne am Zahn der Zeit, dann war die Halo-Stunde aber auch schon wieder zu Ende und hinterließ nach mehr oder weniger ignorierten Fragen zumindest die Zuversicht, dass das Comeback des Parade-Spartaners sensationell aussehen wird und 343 Industries auch hinsichtlich Spielbarkeit keinesfalls stehenbleiben will. Bis zur nächsten E3 im Juni gibt es noch einen Exklusiv-Event zu Halo 4, der dann die Zahl der Fragezeichen möglicherweise ein wenig reduziert. Man darf gespannt bleiben.