Halleneinsturz in Reichenhall: Ursache für Tragödie laut Staatsanwaltschaft unklar

Gutachter sind noch zu keinem Ergebnis gekommen PLUS:</b> Die BILDER vom Drama in Bad Reichenhall!

Halleneinsturz in Reichenhall: Ursache für Tragödie laut Staatsanwaltschaft unklar

Die Staatsanwaltschaft in Traunstein hat Berichte über einen angeblich falschen Leim als Ursache für den Einsturz der Eislaufhalle in Bad Reichenhall in Bayern als voreilig bezeichnet. "Es ist sehr gefährlich, Einzelpunkte herauszugreifen", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Die Ermittler betrachteten umfassend alle Faktoren, die zum Einsturz der Halle geführt haben könnten. Dies werde noch einige Zeit dauern. Bisher lägen noch keine Zwischenergebnisse der beauftragten Gutachter vor.

Die Staatsanwaltschaft reagierte damit auf einen Bericht des ZDF-Magazins "Frontal 21", wonach der beim Bau der Dachkonstruktion verwendete Leim die wahrscheinliche Ursache des Einsturzes gewesen sein soll. Nach dem Bericht des Magazins untersuchte der Baustofftechnologe Bernd Hillemeier von der Technischen Universität Berlin für den Sender Proben aus der eingestürzten Holzdachkonstruktion. Hillemeier sagte dem Magazin, der Leim sei unter den klimatischen Umständen in der Halle der falsche gewesen und der Hauptverursacher für das Unglück. Verwendet worden sei ein Leim auf Harnstoffbasis, der dazu neige, Wasser aufzunehmen und dann seine Klebewirkung zu verlieren.

15 Menschen getötet, 30 verletzt
Beim Einsturz der Holzdachkonstruktion der Eislaufhalle in Bad Reichenhall waren Anfang Jänner 15 Menschen getötet worden, darunter viele Kinder und Jugendliche. Mehr als 30 Menschen wurden verletzt. Vor dem Unglück hatte es in der Region stark geschneit, die Gebäude waren von dicken Schichten aus schwerem Nassschnee bedeckt.

Die rund drei Jahrzehnte alte Halle war ursprünglich mit offenen Seiten errichtet worden, später wurden diese mit Fenstern verschlossen. In Medienberichten war vielfach die Rede davon gewesen, dass sich unter dem Dach der Halle viel Feuchtigkeit gesammelt hatte.

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Traunstein sagte, die Aussagen des Berliner Experten würden sicher in die Überprüfung einbezogen. "Wir lassen nichts außer Acht", erklärte er. Mit der Veröffentlichung der Erkenntnisse der Behörden sei aber erst im April zu rechnen. (apa/red)