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Guter Fang: Dem Wien Museum ist ein Walfisch ins Netz gegangen

Zehn Meter lange Eisen-Holz-Konstruktion des gleichnamigen Prater-Lokals wird restauriert

Dem Wien Museum ist kein schlechter Fang ins Netz gegangen: Das Ausstellungshaus darf ab sofort einen Walfisch sein Eigen nennen. Der Neid des Naturhistorischen Museums dürfte sich angesichts der Neuerwerbung aber trotzdem in Grenzen halten. Denn beim Ozeanriesen handelt es sich um jenes Metallwesen, welches das gleichnamige inzwischen geschlossene Gasthaus im Prater zierte.

Das legendäre, inzwischen verschwundene Lokal "Zum Walfisch" gab es schon im 18. Jahrhundert. Seit Ende des 19. Jahrhunderts betrat man den Gastgarten durch ein Tor, das aus Unterkiefer und Rippe eines Wals gebildet wurde. Im Zweiten Weltkrieg zerstört, wurde das Lokal an anderer Stelle wieder aufgebaut und in den 1950er-Jahren mit einem riesigen Metall-Wal behübscht - eben jenes zehn Meter lange und mehr als eine Tonne schwere Exemplar, das nun in den Besitz des Wien Museums übergegangen ist.

Das Ungetüm wurde am Mittwoch ins Depot nach Himberg verfrachtet, wo es in den kommenden Monaten restauriert und dann auf das Dach des Pratermuseums - das zum Wien Museum gehört - montiert werden soll, teilten Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) und Museumschef Matti Bunzl per Aussendung mit. Die Rettung des Relikts ist Güner Ayaz zu verdanken. Er betreibt am Standort des früheren Walfisch-Gasthauses, das vor einigen Jahren abgerissen wurde, die "Prater Alm" und hat das Säugetier aus Eisen und Holz dem Museum als Schenkung überlassen.

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