Gute Nachrichten für den Papst-Attentäter: Ali Agca muss Wehrdienst nicht nachholen

Militärbehörden erklären 48-Jährigen für untauglich Ali Agca verletzte 1981 Johannes Paul II. schwer

Der Papst-Attentäter Mehmet Ali Agca muss in der Türkei nicht zur Armee. Der 48-Jährige sei von den Militärbehörden in Istanbul untauglich geschrieben worden, berichteten türkische Fernsehsender am Montag. Agca hatte sich zuvor in einem Militärkrankenhaus in Istanbul untersuchen lassen. Wegen seiner langen Inhaftierung in Italien und der Türkei hatte Agca seinen Wehrdienst nicht ableisten können. Der Sender CNN-Türk meldete, es sei nicht bekannt, ob bei Agcas Ausmusterung körperliche oder psychologische Gründe ausschlaggebend gewesen seien.

Nach der Entscheidung der Armee vom Montag ist Agca nun ein freier Mann - zumindest vorerst: Auf Antrag der türkischen Regierung soll das Oberste Berufungsgericht des Landes untersuchen, ob die Haftentlassung Agcas am vergangenen Donnerstag rechtens war. Entscheidet das Gericht gegen Agca, muss er wieder ins Gefängnis.

Der aus dem rechtsradikalen Milieu stammende Agca hatte 1979 in Istanbul den Journalisten Abdi Ipekci erschossen und war anschließend geflohen. Nach seinem Attentat auf Papst Johannes Paul II. 1981 in Rom kam Agca in Italien für 19 Jahren hinter Gitter, bevor er im Jahr 2000 in die Türkei abgeschoben wurde. Nach etwa fünfeinhalb Jahren Haft für den Ipekci-Mord kam Agca nun auf freien Fuß; er profitierte von mehreren Straferlässen. Die türkische Öffentlichkeit reagierte mit großer Empörung auf die vorzeitige Entlassung des verurteilten Mörders. Kritiker werfen der türkischen Regierung vor, ihre Initiative vor dem Berufungsgericht zu spät eingeleitet zu haben.

(apa/red)