Eine Bank, die ihre Kunden fördert, statt ihnen undurchschaubare Anlageformen aufzuschwatzen? Managergehälter von maximal 5.000 Euro im Monat? Niedrigzinsen und kostenlose Girokonten? Das alles soll es ab 2012 in Österreich geben. Spätestens dann will der Globalisierungskritiker Christian Felber nämlich eine "demokratische Bank" aus der Taufe heben.
"Die Zeit für eine alternative Bank in Österreich ist mehr als reif, betont Alexandra Strickner von Attac Österreich. Weil die primär auf Profit ausgerichtete Bankenwelt zufolge der globalisierungskritischen Bewegung die Finanzkrise verursacht habe, soll nun eine Bank völlig neuen Zuschnitts mit diesem Missstand aufräumen. Die "demokratische Bank"soll Kunden ab der zweiten Jahreshälfte 2012 zur Verfügung stehen und sich dabei auf der Kerngeschäft einer Bank konzentrieren: Keine Spekulationen, dafür günstige Einlagen- und Kreditgeschäfte.
Zum einen soll das nicht gewinnorientierte Bankinstitut für Kunden besonders günstige Kreditgeschäfte eröffnen. Ein konsteloses Giro-Konto, niedrige Kreditzinsen und eine unbeschränkte Garantie der eingelegten Gelder sollen Privatpersonen wie Unternehmen vom praktischen Nutzen der "demokratischen Bank" überzeugen. Weil diese Preispolitik aber auch finanziert werden muss, müssen Kunden, die ihr Geld bei der Bank anlegen, auch mit geringeren Sparzinsen als bei herkömmlichen Bankhäusern rechnen.
Gute Bank für das gute Gewissen
Für Mitinitiator Christian Felber ist das kein Stolperstein: "Es ist ein menschliches Grundbedürfnis, anderen Gutes zu tun und einander zu helfen", gibt sich der Globalisierungskritiker gegenüber dem Kurier zuversichtlich. Immerhin soll das Geldhaus als "good bank" auch gesellschaftlich nachhaltige Investitionen erleichtern - Je förderlicher für das Gemeinwohl ein Unternehmen arbeitet, desto günstigere Kredite bekommt es.
Damit aus den hehren Zielen Realität werden kann, soll die Bank zum Start mit einem Kapital von zehn Millionen Euro das Geschäft aufnehmen. Immerhin konnten sich bereits mehrere Dutzend Menschen von der Vision überzeugen, dem ehrenamtlichen Arbeitsteam gehören bereits über 50 Menschen an. Die können eines Tages vielleicht sogar auf "faire Löhne" hoffen: Das Einkommensgefälle zwischen einfachem Angestellten und Management darf laut Zielsetzung nie mehr als 1:5 betragen. Gehaltsaussichten werden der "demokratischen Bank" also kaum Top-Manager in die Arme treiben. Vielleicht aber die Aussicht auf eine sozial sinnvolle Tätigkeit.
(mei)
Kommentare
Neue Bank Eine gute Idee, denn Banken dürfen nicht Objekt von Spekulationen und Aktienkursen sein. Sie sind \'Vermittler\' zwischen Anlegern/Sparern und Kreditnehmern und haben das effizient zu bewerkstelligen, ohne überzogene Gewinnziele. Damit wird auch der Kunden nicht über den Tisch gezogen.
Re: Neue Bank Da fragt man sich nur für welches Institut Sie arbeiten und aus welchen Mitteln dieses finanziert wird ?!
Wenn sie jetzt ein großes staatliches Unternehmen nennen - kann ich Ihnen gleich sagen: es wird von unseren Banken mitfinanziert!