Großdemos für Homo-Ehe in Italien: Viele Tausend in Rom und Mailand auf der Straße

Linke Opposition unterstützt Anliegen, Papst dagegen Symbolische Schließung von Homo-Ehe in Rom

In Rom und in Mailand ist es am Samstag zu Großdemonstrationen für die Gleichberechtigung ohne Trauschein zusammenlebender Paare und die Einführung eines Zivilen Solidaritätspakts nach französischem Modell gekommen. In Rom versammelten sich Tausende Menschen, darunter mehrere Spitzenpolitiker aus den Reihen der Opposition und Homosexuellen-Paare, vor der französischen Botschaft auf der zentralen Piazza Farnese. Ein Richter zelebrierte symbolisch einige "Homo-Ehen" nach spanischem und britischem Vorbild.

Seit Wochen tobt in Italien eine heftige Diskussion um den so genannten "Zivilen Solidaritätspakt" (PACS), der die gemeinsame steuerliche Veranlagung, Gütergemeinschaft und bevorzugte Erbbestimmungen vorsieht. Am Donnerstag hatte der Papst entschieden Stellung für die traditionelle Familie bezogen. "Es ist ein gravierender Fehler, den Wert und die Funktion der auf die Ehe gestützte Familie zu verdunkeln, indem man anderen Formen des Zusammenlebens rechtliche Anerkennung sichert", sagte Benedikt XVI. Er forderte von den italienischen Politikern Maßnahmen zur Förderung der Familie.

Die Worte des Papstes gelten in Italien als Reaktion auf die Ankündigung des linken Oppositionschefs Romano Prodi, die Einführung des so genannten PACS. "Wir wollen die Partnerschaften ohne Trauschein regeln, sowohl jene der Homosexuellen, als auch jene der Heterosexuellen, die die meisten stellen", kommentierte Prodi kürzlich. Bisher war in Italien jeglicher Versuch zur Legalisierung unverheirateter Paare gescheitert.

Die Demonstrationen am Samstag in Italien lösten entrüstete Reaktionen der zweitstärksten Regierungspartei, der rechten Nationalallianz (AN), aus. Die italienische Verfassung schütze die traditionelle Familie als Grundstein der Gesellschaft. Eine Einführung des zivilen Solidaritätspakts wäre verfassungswidrig, weil das Grundgesetz nur die Ehe anerkenne. "Homosexuellen-Lobbys versuchen Partnerschaften zu legalisieren, die weder mit Familie, noch mit Ehe etwas zu tun haben", so der AN-Senator Riccardo Pedrizzi.

(apa)