Großdemo gegen das Recht auf Abtreibung: Heorge Bush sagt die volle Unterstützung zu

PLUS: Bush will Schwulen-Western lieber nicht sehen

Mehrere zehntausend Menschen haben am Montag in Washington gegen das Recht auf Abtreibung demonstriert. Bei einer Protestkundgebung auf der berühmten Mall forderten sie, das vor 33 Jahren eingeführte Abtreibungsrecht wieder aufzuheben. US-Präsident George W. Bush übermittelte den Demonstranten in einer Grußbotschaft seine Unterstützung.

Das Thema beschäftige "das Gewissen unserer Bürger" und sei "in unseren tiefsten Grundprinzipien verankert", betonte der Präsident. Er sei der Überzeugung, dass jedes Menschenleben wertvoll sei und dass der Starke den Schwachen beschützen müsse.

Konservativer Richter für Oberstes Gericht nominiert
Auf Transparenten forderten die Demonstranten die Richter des Obersten Gerichtshofs auf, eine Entscheidung vom 22. Jänner 1973 aufzuheben, die in den USA Abtreibungen erlaubt. Der Justizausschuss im US-Senat hat am Dienstag der Nominierung des konservativen Richters Samuel Alito für den Obersten Gerichtshof zugestimmt. Nun steht noch das Votum des Plenums aus. Alito hatte sich als Anwalt im Justizministerium unter Präsident Ronald Reagan vor rund 20 Jahren in einem Schreiben dezidiert gegen das berühmte Urteil "Roe vs. Wade" gestellt, mit dem der Supreme Court 1973 den Schwangerschaftsabbruch legalisiert hatte.

Der von US-Präsident George W. Bush nominierte Richter soll in dem neunköpfigen Kollegium am Supreme Court für Sandra Day O'Connor nachrücken, die in den Ruhestand geht. Die Stelle gilt als besonders wichtig, da die gemäßigte O'Connor mit wechselhaftem Stimmverhalten für eine Balance zwischen liberalem und konservativem Lager am Gericht gesorgt hatte. Die Demokraten befürchten, dass Alito dem Supreme Court eine dauerhaft konservative Ausrichtung geben könnte. Die obersten Richter werden auf Lebenszeit ernannt.

Bush will Schwulen-Western "Brokeback Mountain" nicht sehen
US-Präsident George W. Bush liebt zwar das Leben auf seiner texanischen Ranch, will sich den preisgekrönten Schwulen-Western "Brokeback Mountain" aber lieber nicht ansehen. Bei einer Fragerunde bei einem Besuch in Manhattan im Bundesstaat Kansas reagierte Bush am Montag sichtlich verunsichert auf die Frage eines jungen Mannes, ob er als Ranch-Besitzer den Film denn schon angeschaut habe.

"Ich würde liebend gern über das Ranch-Leben reden, aber ich habe den Film nicht gesehen", antwortete Bush unter dem Gelächter des Publikums. "Ich habe davon gehört. Ich hoffe, dass Sie - verstehen Sie - Ich hoffe Sie kehren zurück zur Ranch und zur Farm und das ist alles was ich dazu sagen will", stotterte er weiter.

In der vergangenen Woche war "Brokeback Mountain" über eine Liebe unter Cowboys mit vier Golden Globes ausgezeichnet worden. Auch für die Oscar-Verleihung Ende des Monats werden dem Film des Regisseurs Ang Lee gute Chancen eingeräumt.
(apa)