"Theo Waigel, einer der Gründerväter des Euro, in einem Interview mit "profil". Die Verantwortung für diesen "gravierenden Fehler" liege zuallererst bei Griechenland, weil es die Zahlen gefälscht habe, sagte der frühere CSU-Politiker. Der Rest der EU trage jedoch eine "gravierende Mitschuld".
"Man hätte wissen müssen, dass mit den Zahlen etwas nicht stimmt", so Waigel, der heute dafür plädiert, dass sich Europa nicht "erpressen" lassen dürfe. "Die Sparpakete dürfen auf keinen Fall aufgeweicht werden. Wenn Griechenland seine Sparvereinbarungen nicht einhält, muss es seinen eigenen Weg gehen."
Als weiteren "Kardinalfehler" der Gemeinschaftswährung führt Waigel in dem "profil"-Interview an, dass Deutschland unter der rot-grünen Regierung und Frankreich im Jahr 2004 "durchboxten, dass ihre Defizitsünden ungesühnt bleiben. Das ermunterte alle kleinen Staaten, sich fröhlich zu verschulden."
Vor Schicksalswahl
Derzeit blickt ganz Europa gespannt auf Griechenland, wo morgen Parlamentswahlen anstehen. Die EU-Kommission hielt sich am Freitag ebenso wie zahlreiche Euro-Länder mit Äußerungen zu dem Urnengang zurück, der als Abstimmung über einen Verbleib des Landes in der
Währungsunion
gilt. In Umfragen wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem ultralinken Lager und den pro-europäischen Parteien erwartet.
Der Chef der griechischen Konservativen, Antonis Samaras, warnte eindringlich vor einer Abkehr der Sparvereinbarungen. Griechenland werde im Falle eines Wahlsiegs seiner Nea Dimokratia die Krise hinter sich lassen, aber nicht die Gemeinschaftswährung, rief Samaras bei seiner letzten Wahlkampfkundgebung tausenden Anhängern auf dem Syntagma-Platz in Athen zu. Samaras zeichnete dabei ein düsteres Bild von einer Aufkündigung der internationalen Sparvereinbarungen, wie sie sein schärfster Konkurrent, Alexis Tsipras vom Linksbündnis Syriza, fordert.
Aufruf zur Einigkeit
"Wenn wir mit unseren (EU-)Kollegen brechen, werden sie uns zwingen, den Euro zu verlassen", sagte Samaras. Die Griechen wären dann nicht mehr in der Lage, etwas zu importieren und müssten "kapitulieren". Griechenlands Übergangsregierungschef Panagiotis Pikrammenos rief die politischen Parteien des Landes zur Einigkeit auf. Für eine Besserung der Lage sei es nötig, "unsere Meinungsverschiedenheiten zu überwinden und zusammenzuarbeiten, erklärte Pikrammenos.
Kein Kommentar aus der EU
Eine Sprecherin der EU-Kommission in Brüssel lehnte einen Kommentar zu möglichen Krisenreaktionen ab. Hinter den Kulissen laufen aber Vorbereitungen, um auf einen Wahlsieg der Spargegner in Griechenland zu reagieren.
Kommentare
Wirklichkeitsdrechsler "...Staaten, sich fröhlich zu verschulden."
\'schuldigung, aber meiner Erinnerung nach begann die Monsterkrise in einer anderen Ecke, nicht der "staatlichen".
Nur noch... eine Frage der Zeit, bis GR endgültig in der Bedeutungslosigkeit versinkt. Das zu verhindern, dazu reichen noch so viele Milliarden nicht. Hinzu kommt der anhaltende Migrationsdruck der GR jedes Jahr Milliarden kostet. Game over!
The Waigel Was Herr Waigel so ganz nebenbei verschweigt ist der Umstand, dass Griechenland auf ausdrücklichen Wunsch und Druck der USA in die Eurozone genommen wurde. Dass eine amerikanische Großbank jahrelang beim fälschen der Zahlen geholfen hat, ist viel später rausgekommen. Und dieser Meister Samaras der zum sparen aufruft , ist das nicht der gleiche der das Schuldendebakel von Griechenland verursacht hat ? Egal wie die Wahl ausgeht, Fakt ist das mittlerweile dass sich die ganze EU mit Ihren Geldgeschenken von Griechenland abhängig gemacht hat ? Aus welchem Grund rennen sie sonst wie die aufgescheuchten Hühner hin und her schmeissen mit hanebüchernen Ratschlägen und Drohungen um sich, dass einem nur noch schwindlig werden kann.
Griechenland ist nicht arm - die Steuerfahnder einfach lahm Würde man sowohl vom großen als auch kleinen Bürger die Steuern gleichermaßen eintreiben - und die Reichen ihr Vermögen nicht steuerbegünstigt ins Ausland transferieren lassen - so wäre Griechenland gar nicht so arm.
Wobei es stellt sich die Frage -
sind nicht alle EU-Länder ein wenig Griechenland?
Re: Griechenland ist nicht arm - die Steuerfahnder einfach lahm Nun ja,wenn in vielen Teilen Europas Menschen hungern, ihr Essen aus Mülltonnen klauben,die Arbeitslosenzahlen in die Höhe schnellen,Kinder betteln und Politiker planlos dahinschwurbeln,dann spricht doch einiges dafür,dass hier mehr schiefgegangen ist als die Steuermoral eines Zwergenstaates mit gerade mal 11 Millionen Einwohnern.Und das flächendeckende Hindreschen auf die Griechen scheint mir eher ein Indiz für Ratlosigkeit und Panik zu sein.Denn selbst wenn es Griechenland auf der Landkarte gar nicht gäbe,würde den Spaniern und Italienern das Wasser trotzdem bis zum Halse stehen.Das ganze Geschwurble dient mE. einzig dazu vom grundsätzliche Strukurproblem der Euro-Zone abzulenken.Und die Realität wird uns umso kräftiger beißen wird je später wir uns ihr stellen;nur man will perdu nicht.
Die ÖIAG hat durchaus einen Sinn... allerdings nur wenn man dort einen starken Vorstand der entsprechende Expertise mitbringt und
weis wie man Großkonzerne führen muss und selber ein guter Stratege ist.
Die Wahl vom ehemaligen Kammerfunktionär und IV-Sekretär Markus Beyrer (leidenschaftlicher Jäger und Gelegenheitsgolfer und Schützling von IV-Präsident Veit Sorger) hat trotz öffentlicher Ausschreibung des ÖIAG-Vorstandes das Rennen gemacht, obwohl er defacto das Anforderungsprofil nie erfüllt hat.
Jetzt so zu tun als ob man unserer in der EU besonders vorlauten Finanzministerin Fekter, deren Erfahrung sich auf das Management einer Schottergrube beschränken, heißt nur das man die ÖIAG noch direkter an die politischen Entscheidungsträger dranhängt. Vielleicht bestellt man ja zur Abwechslung wieder Parteifunktionäre. Oh Gott