Griechenland von

Hellenischer Wirtschafts-Alptraum

Hellas erleidet das fünfte Rezessionsjahr in Folge und immer noch ist kein Ende in Sicht

Griechenland - Hellenischer Wirtschafts-Alptraum © Bild: AFP/Getty Images

Die griechische Wirtschaft steht am Abgrund: Das Land das erst vor kurzem von der Kreditwürdigkeit verloren hat, steckt in großen wirtschaftlichen Problemen. Durch die harten Sparmaßnahmen erleidet das Land heuer das fünfte Rezessionsjahr in Folge. Im zweiten Quartal brach die Wirtschaft erneut um 6,2 Prozent ein, heuer drohen insgesamt gar sieben Prozent. Die Wirtschaft könnte damit gegenüber dem Höchststand von 2007 bis Ende 2012 um 20 Prozent schrumpfen und eine Erholung ist weiter nicht in Sicht.

Griechenland kommt nicht aus der tiefen Rezession heraus. Die Wirtschaft des Landes schrumpfte zwischen April und Juni um 6,2 Prozent zum Vorjahresquartal, wie das Statistikamt Elstat am Montag mitteilte. Bereits Anfang des Jahres war die Konjunktur um 6,5 Prozent eingebrochen. Regierungschef Antonis Samaras hatte jüngst angekündigt, die Wirtschaft könnte 2012 um mehr als sieben Prozent schrumpfen.

Das Land hängt am Finanztropf seiner Euro-Partner und des Internationalen Währungsfonds und kämpft trotz mehrerer Rettungspakete weiter gegen die Staatspleite. Finanzexperten der sogenannten Troika aus EU, IWF und Europäischer Zentralbank kehren im September nach Griechenland zurück, um zu prüfen, ob der Staat seine Reformzusagen als Gegenleistung für die Finanzhilfen einhält. Davon hängt ab, ob gut 30 Mrd. Euro für Griechenland freigegeben werden.

Eurobank-Analyst Theodore Stamatiou erwartet für 2012 ein Schrumpfen des BIP um 7,1 Prozent und für 2013 von 2,4 Prozent - "wegen weiterer deutlicher Rückgänge der verfügbaren Einkommen, steigender Arbeitslosigkeit und einbrechender Investitionen". Zuletzt war die Arbeitslosenquote auf gut 23 Prozent gestiegen - es ist also fast jeder vierte Grieche ohne Job.

CDU-Vize droht mit Unterstützungsende
Unterdessen droht dem Land weiteres Ungemach. Der Unions-Fraktionsvize Michael Fuchs hat die Europäische Zentralbank (EZB) davor gewarnt, bei der Euro-Krisenbekämpfung die Geldwertstabilität aus den Augen zu verlieren. "Eine Rolle der EZB als verdeckte Notenpresse für die Krisenstaaten werden wir nicht hinnehmen", sagte der CDU-Politiker im "Handelsblatt" vom Montag. Im Falle Griechenlands drohte er mit einem deutschen Veto bei weiteren Hilfszahlungen des Euro-Rettungsschirms EFSF, wenn das Land seine Reform-Zusagen nicht erfüllt. "Deutschland hat beim EFSF ein Vetorecht", sagte Fuchs. "Wenn wir überzeugt sind, dass Griechenland die Auflagen nicht erfüllt hat, dann werden wir von diesem Veto Gebrauch machen." Deutschland habe die Grenzen seiner Belastbarkeit erreicht.

Fuchs legte Griechenland ein Ausscheiden aus dem Euro nahe, wenn das Land seine Zusagen nicht einhalten könne. "Ich gehe davon aus, dass die griechische Regierung weiß, was zu tun ist, wenn sie nicht bereit oder in der Lage ist, die Reformauflagen zu erfüllen". Gegebenenfalls könne das Land außerhalb der Euro-Zone noch EU Mitglied bleiben, und Europa könnte "eine Art Marshallplan anbieten, um dem Land auch bei der Umsteuerung mit eigener Währung zu helfen".

Deutsche Banken „spielen“ Euro-Austritt Griechenlands durch
Die deutschen Banken bereiten sich einem Bericht zufolge detailliert auf eine mögliche Pleite Griechenlands und den Austritt des Landes aus dem Euro vor. Schon seit Monaten bereite sich die Kreditwirtschaft auf diesen möglichen Fall vor, berichten Berater, die die Banken dabei begleiten, der Zeitung "Die Welt" vom Montag. Viele seien gut vorbereitet. Die ersten Institute hätten schon "vor 12 oder 18 Monaten angefangen, sich ernsthaft Gedanken über dieses Szenario zu machen", sagte Richter. Bei kleinen und mittelgroßen Häusern sehe es oft anders aus. "Banken der zweiten und dritten Reihe haben häufig noch keine detaillierten Vorbereitungen für einen Griechenland-Austritt getroffen", sagte Richter.

Kommentare

Wer erinnert sich noch? Am 16.6.2011 im Parlament verkündete Frau Fekter: ".... Mrd. die wir nach Griechenland schicken sind für uns ein gutes Geschäft".

HC wurde von SPÖ+ÖVP laustark ausgelacht als er von "... einem Faß ohne Boden" sprach.
Mittlerweile dürfte auch der SPÖ+ÖVP das Lachen vergangen sein.

Vor der EU investierten wir die Mrd. im eigenen Land und schufen damit Wohlstand und Arbeitsplätze.

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