Gratzei sagt Kader bald auf Wiedersehen:
Akzeptiert seine Rolle als Goalie-"Notnagel"

Nur bei Verletzung eines Konkurrenten mit dabei Macho, Manninger und Payer stehen fix im Kader

Gratzei sagt Kader bald auf Wiedersehen:
Akzeptiert seine Rolle als Goalie-"Notnagel" © Bild: Reuters/Zolles

Im aktuell vorherrschenden Konkurrenzkampf innerhalb des österreichischen Fußball-Nationalteams um einen Platz im definitiven EM-Kader befindet sich Christian Gratzei in einer speziellen Position. Während sich noch alle Feldspieler Hoffnungen auf ein EURO-Leiberl machen dürfen, kann sich der Goalie bereits jetzt mit seiner Rolle beim Heim-Turnier vertraut machen - jener des Zuschauers.

Schon lange vor dem Vorbereitungsbeginn hatte sich Teamchef Josef Hickersberger auf Jürgen Macho, Alexander Manninger und Helge Payer als ÖFB-Schlussmänner für die EM festgelegt. Da jedoch Macho und Manninger aufgrund der Verpflichtungen in ihren Clubs die ersten Einheiten in Lindabrunn und das Teamcamp auf Sardinien versäumten und erst verspätet zu ihren Kollegen stoßen, wurde für die erste Trainingsphase ein zweiter Keeper neben Payer benötigt, und die Wahl fiel auf Gratzei.

"Sicher keine vergeudete Zeit"
Es sei "legitim", dass sich Hickersberger schon im Vorfeld auf die drei EURO-Goalies festgelegt habe, so Gratzei. Als Degradierung empfinde er diese Vorgehensweise nicht. "Noch vor einem Jahr hat mir ja niemand zugetraut, überhaupt im Großkader zu stehen", meinte der Steirer, für den nach eigenen Angaben jeder Tag in der ÖFB-Auswahl eine wichtige Erfahrung ist, selbst wenn er dadurch lange von Freundin Heike und seinen beiden Kindern getrennt ist. "Das ist sicher keine vergeudete Zeit", betonte Gratzei.

Sollte sich nicht einer aus dem Trio Macho, Manninger, Payer verletzen, muss der 26-Jährige spätestens am 28. Mai so wie sieben weitere ÖFB-Kollegen seine Koffer packen und das Nationalteam verlassen. Motivationsprobleme hat Gratzei deswegen jedoch keine. "Ich denke gar nicht darüber nach. Die Situation ist, wie sie ist, und ich akzeptiere sie."

"Werde vorbereitet sein"
Gratzei arbeitet aber dennoch hart daran, im Falle einer Verletzung eines der gesetzten Schlussmänner in Top-Verfassung zur Verfügung zu stehen. "Es hilft ja keinem, wenn etwas passiert und ich kann der Mannschaft nicht helfen, weil ich schlecht trainiert habe. Sollte einer ausfallen, werde ich vorbereitet sein", versprach der Goalie, der erstmals im Länderspiel gegen Deutschland im Februar wegen der Absagen von Macho und Payer im ÖFB-Aufgebot gestanden war.

(apa/red)

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