Alles neu macht der Gottschalk. Die Gerüchteküche um den Moderator und seine möglichen Co-Moderatorin ist die Rede, von einem neuen Sendeplatz - und sogar davon, dass Gottschalk hinschmeißen könnte. Letzteres aber scheint aus der Luft gegriffen: Denn jetzt läutete der 61-Jährige erstmals vor Live-Studiopublikum den Neustart der Sendung ein. Er wolle mit seiner Karawane "aus der Todeszone in Richtung blühende Landschaften" aufbrechen - dass die Einschaltquote der Show diesmal höher war als zuvor, erscheint da wie ein Silberstreif am Horizont.
Insgesamt 1,41 Millionen Menschen schalteten am Montag Gottschalk ein, was einer Quote von 5,2 Prozent entspricht. Dies sind zwar immer noch miserable Zahlen gemessen an dem ursprünglich von Gottschalk ausgegebenen Ziel einer zweistelligen Quote. Doch gemessen an den vergangenen Sendungen erscheint die Zuschauerzahl wie die Hoffnung auf bessere Zeiten - es war die beste Quote dieses Monats, zuletzt war die Sendung sogar wiederholt unter die Marke von einer Million gerutscht. Ein Desaster.
"Wir gehen nicht, wir bauen um"
Gottschalk weiß, was die Stunde geschlagen hat. Er arbeitet inzwischen mit einem neuen Redaktionsleiter - dem Österreicher Markus Peichl - und trat zum ersten Mal vor Publikum auf. Diese Woche soll noch eine Übergangsphase sein, in der auch das Studio komplett neu eingerichtet wird. "Wir gehen nicht, wir bauen um," begrüßte er seine Gäste. In der kommenden Woche soll es dann in neuer Umgebung richtig losgehen. Der erste Eindruck war jedenfalls positiv: Der direkte Kontakt zu den Zuschauern hat Gottschalk gut getan, der Applaus und das Lachen über gelungene Gags wirkte belebend, das Gespräch mit "Tagesschau"-Moderator Jan Hofer kurzweilig. Genau so, wie er es mag.
Gottschalk nimmt Quotentief mit Humor auf
Aber alles steht noch immer unter dem Eindruck des negativen Sogs, in den die Sendung seit ihrem Start Ende Jänner geraten war. Damals hatten noch mehr als vier Millionen Menschen eingeschaltet, es blieb die einzige Sendung mit einer zweistelligen Einschaltquote. Doch Gottschalk wäre nicht Gottschalk, wenn er nicht auch die längst bei den ARD-Intendanten mit Sorge beäugte negative Stimmung mit Humor auf die Schippe nähme. "Werden Sie also Zeuge, ob ein Titan den Quotentod stirbt oder ob das Schillerwort aus Wilhelm Tell sich bewahrheitet: Neues Leben wächst aus den Ruinen", sagte Gottschalk.
