GOLD FÜR ÖSTERREICH! BENJAMIN RAICH GEWINNT HERREN-RTL, BRONZE FÜR MAIER

Raich siegt 0,07 Sekunden vor Frankreichs Chenal Maier fehlten nur 16/100 Sekunden auf den Sieg

Österreichs Alpin-Herren haben beim Riesentorlauf im großen Stil zugeschlagen. Im vierten und vorletzten Bewerb fuhr Benjamin Raich zur ersten Olympia-Goldenen seiner Karriere. In einem Hundertstel-Krimi verwies der 27-jährige Pitztaler den Franzosen Joel Chenal mit 0,07 Sekunden Vorsprung auf Platz zwei, Hermann Maier hatte 0,16 Sekunden Rückstand und eroberte nach Silber im Super G die Bronzene. Österreichs Herren stellen damit nach Maier (1998) und Stephan Eberharter (2002) zum dritten Mal in Serie den RTL-Olympiasieger.

Blauer Himmel, Spannung pur, eine selektive Piste und tolle Stimmung im knapp 10.000 Zuschauer fassenden Zielstadion von Sestriere Colle - der olympische Riesentorlauf war ein echtes Spektakel und angesichts der Razzia-Schlagzeilen gleichzeitig eine willkommene sportliche Abwechslung. Unter den Zuschauern befanden sich u.a. auch Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, ÖOC-Präsident Leo Wallner, ÖSV-Boss Peter Schröcksnadel, Italiens Skilegende Alberto Tomba und Marlies Schild. Die Salzburgerin, Olympiazweite in der Kombination, nahm ihren zu Tränen gerührten Freund gleich nach der Zieldurchfahrt in den Arm.

"Ich musste alles geben"
"Ich bin sprachlos und überglücklich", jubelte Raich, der nach seinem bitteren Out im Kombi-Slalom und Rang 21 im Super G die Nerven behielt und seinen Kindheitstraum wahr machte. 2002 in Salt Lake City hatte Raich zwei Mal Bronze in Slalom und Kombi geholt. "Die Bedingungen waren schwierig, ich musste im zweiten Lauf alles geben", betonte der Doppel-Weltmeister 2005, der nach dem ersten Durchgang hinter Francois Bourque (CAN), Chenal, Fredrik Nyberg (SWE) und Maier nur Fünfter gewesen war.

Als auch Halbzeit-Leader Bourque an Raichs Laufbestzeit im zweiten Durchgang gescheitert war, ließ sich der Leader im Gesamt-Weltcup in den Schnee fallen und brüllte ein lautes "Ja!" heraus. "Der heutige Tag ist ein Traum, Olympiagold war ein Riesenziel von mir." Dabei wäre Raich bereits im ersten Durchgang nach einem Fehler im oberen Teil um ein Haar ausgeschieden.

Maier verpasst Gold um 16/100
Maier, 2005 in Bormio Riesentorlauf-Weltmeister, holte mit Bronze nach Doppel-Gold 1998 in Nagano und Silber im Super G 2006 seine bereits vierte Olympia-Medaille. "Der Benni ist jetzt der große Favorit", hatte Maier zwischen den beiden Durchgängen gewarnt. Zu seiner eigenen Leistung meinte der Salzburger: "Im ersten Lauf hat mich nach einem guten oberen Teil unten ein wenig der Mut verlassen. Da war der Kurs für mich ein wenig zu schnell gesteckt. So wie früher geht's bei mir halt auch nicht mehr." Maier hat damit im Super G um 0,13 und im RTL um 0,16 Sekunden Gold verpasst, aber immerhin zwei Medaillen eingesackt.

Schönfelder mit achtem Platz zufrieden
Rainer Schönfelder wurde Achter, Stephan Görgl schied nach siebenter Zeit im ersten Durchgang im Finale aus. "Ich bin mit meiner Leistung nicht unzufrieden, das war eine gelungene Generalprobe für den Slalom", meinte Schönfelder.

Die ÖSV-Herren halten damit nach vier Disziplinen bei fünf Medaillen. Raich sorgte für die erste Goldene, Silber gab es für Michael Walchhofer (Abfahrt) und Maier (Super G), Bronze für Schönfelder (Kombination) und Maier (RTL). Raich ist nach Toni Sailer (1956), Maier (1998) und Eberharter (2002) der vierte männliche Riesentorlauf-Olympiasieger der ÖSV-Geschichte.

Ergebnisse RTL Herren
1. Benjamin Raich AUT 2:35,00 Min.
2. Joel Chenal FRA 2:35,07 +0,07
3. Hermann Maier AUT 2:35,16 +0,16
4. Francois Bourque CAN 2:35,92 +0,92
5. Fredrik Nyberg SWE 2:36,05 +1,05
6. Aksel Lund Svindal NOR 2:36,06 +1,06
. Bode Miller USA 2:36,06 +1,06
8. Rainer Schönfelder AUT 2:36,64 +1,64
9. Kalle Palander FIN 2:36,82 +1,82
10. Thomas Grandi CAN 2:36,88 +1,88
11. Massimiliano Blardone ITA 2:36,95 +1,95
12. Mitja Valencic SLO 2:37,39 +2,39
13. Erik Schlopy USA 2:37,56 +2,56
14. Didier Defago SUI 2:37,60 +2,60
15. Alberto Schieppati ITA 2:37,83 +2,83
16. Ondrej Bank CZE 2:37,85 +2,85
17. Marc Berthod SUI 2:38,25 +3,25
18. Lasse Kjus NOR 2:39,31 +4,31
19. Didier Cuche SUI 2:39,33 +4,33
20. Bjarne Solbakken NOR 2:39,61 +4,61
21. Raphael Burtin FRA 2:40,99 +5,99
22. Jukka Rajala FIN 2:41,40 +6,40
23. Cristian Simari Birkner ARG 2:42,56 +7,56
24. Daisuke Yoshioka JPN 2:45,03 +10,03
25. Natko Zrncic-Dim CRO 2:45,59 +10,59
26. Nikolaj Skriabin UKR 2:50,85 +15,85
27. Alexander Heath RSA 2:51,42 +16,42
28. Hyung Chul Kim KOR 2:52,46 +17,46
29. Iason Abramashvili GEO 2:54,86 +19,86
30. Nikolai Hentsch BRA 2:55,56 +20,56

(apa/red)