Glänzendes Comeback: Russin Swetlana Schurowa holt sich Goldmedaille über 500m

1. Olympiatitel für Russland über 500m seit 1968

Die 34-jährige Russin Swetlana Schurowa krönte am Dienstag in Turin mit dem Olympiasieg über 500 Meter im Eisschnelllauf der Damen ihr Comeback nach einer Babypause. Mit Bestzeit im ersten Lauf (38,23) sowie 38,34 Sekunden im zweiten Durchgang sicherte sie Russland das erste Gold in dieser Disziplin seit 38 Jahren. Die zweifache Sprint-Weltmeisterin Wang Manli (38,31/38,47) holte vor ihrer Landsfrau Ren Hui (38,60/38,27) Silber.

Erst im Jänner war Schurowa in Heerenveen Sprint-Weltmeisterin geworden, war damit zur ersten Herausforderin der asiatischen Elite avanciert. Erwartungsgemäß hielt Wang Manli im ersten Lauf mit der Russin noch mit, hatte nur acht Hundertstel Rückstand auf die 34-jährige Mutter ausgefasst. Doch im zweiten distanzierte Schurowa die Chinesin im direkten Duell um weitere 13 Hundertstel und fuhr überlegen zum Olympiasieg. Rang drei sicherte sich Wangs Landsfrau, Ren Hui, die im zweiten Durchgang die Japanerin Tomomi Okazaki um 5/100 noch vom Bronzerang verdrängte.

Nach ihrem Olympiasieg plagten Schurowa aber auch leichte Gewissensbisse: "Ich bin wirklich eine Rabenmutter, konnte mich in den letzten Wochen kaum um Jaroslaw (ihren Sohn, Anm.) kümmern. Aber ich habe ihm eine Medaille als Geschenk versprochen und hoffe, dass er mir jetzt verzeiht", sagte die Russin, die schon 1996 WM-Gold auf der 500-Meter-Distanz gewonnen hatte.

Bittere Tränen weinte Ex-Weltmeisterin Marianne Timmer. Die Niederländerin wurde nach dem zweiten Fehlstart entsprechend des neuen Reglements disqualifiziert. Bei der Sprint-WM in ihrer Heimat vor drei Wochen hatte Timmer den undankbaren vierten Platz belegt.(apa/red)