Geschäft mit der eigenen Entführung: Ex-Geisel Osthoff hatte das Lösegeld bei sich!

Botschaftsmitarbeiter entdeckten es bei ihren Sachen Bundesregierung bestätigt Lösegeldzahlungen nicht

Die im Irak entführte Deutsche Susanne Osthoff soll einem Magazinbericht zufolge bei ihrer Freilassung Teile des Lösegeldes bei sich gehabt haben. Mitarbeiter der deutschen Botschaft in Bagdad hätten mehrere tausend US-Dollar in den Kleidern der Archäologin gefunden, berichtete ein deutsche Magazin.

Die mit Gummibändern zu Bündeln zusammengebundenen Scheine seien entdeckt worden, als Osthoff eine Dusche in der Botschaft genommen hätte. Mitarbeiter des Bundeskriminalamtes hätten die Seriennummern auf den Scheinen überprüft und festgestellt, dass sie aus der Lösegeldzahlung stammten. Politiker von Union und SPD forderten von der Bundesregierung Aufklärung über den Fall.

Ein Sprecherin des Auswärtigen Amtes sagte zu dem Bericht: "Wir geben dazu keine Stellungnahme ab." Auch eine BKA-Sprecherin sagte, ihre Behörde wolle sich dazu nicht äußern. "Focus" berichtete, Außenminister Frank-Walter Steinmeier habe absolute Geheimhaltung in der Angelegenheit angeordnet. Am Samstag ließ sich kein Kontakt zu Osthoff herstellen. Auch laut dem Magazin war die Archäologin bis Freitagabend nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

"Die Geschichte ist voller Ungereimtheiten, die aufgeklärt werden müssen", sagte Unions-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach der Zeitung "Die Welt" vom Montag laut Vorabbericht. Er habe Verständnis dafür, dass die Regierung zu Fragen des Lösegeldes keinen Kommentar abgebe. Er verlange jedoch Informationen darüber, "was man nach der Entdeckung des Geldes veranlasst hat".

Auch FDP-Innenexperte Max Stadler sagte, die Geschichte werde immer verworrener. "Die Öffentlichkeit hat einen Anspruch darauf, dass die Vorgänge aufgeklärt werden", sagte er der "B.Z. am Sonntag". Der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Eckart von Klaeden, sagte der "Bild am Sonntag", Osthoff müsse gegebenenfalls an den Kosten ihrer Befreiung beteiligt werden. Weitere rechtliche Schritte müssten geprüft werden.

Osthoff war Ende November im Irak entführt und nach gut drei Wochen wieder freigelassen worden. Das Auswärtige Amt hat bisher keine Angaben zu den Umständen der Freilassung gemacht.(apa/red)