Gerhard Ströck von

"Spekulationen treiben Brotpreise"

Großbäcker will bessere Bedingungen für Sportler und erwartet teureres Brot

Gerhard Ströck - "Spekulationen treiben Brotpreise"
© Bild: APA/Fohringer

Der Großbäcker Gerhard Ströck hat zwei große Leidenschaften: Brot und Spiele. Der Burgenländer hat gemeinsam mit seinem Bruder aus einer kleinen Bäckerei in Wien-Donaustadt in den vergangenen 35 Jahren ein Familienunternehmen mit über 100 Millionen Euro Umsatz und mehr als 1.700 Mitarbeitern gemacht. Ströck ist neben den Lotterien, Raiffeisen, BMW und der Tirol-Werbung einer der Hauptsponsoren des heimischen Olympia-Teams. Mit NEWS sprach Ströck über die olympische Nullnummer, die harsche Kritik von Sportminister Norbert Darabos an den Sportlern – und den bald steigenden Brotpreis.

NEWS: Herr Ströck, Sie sind einer der größten privaten Sponsoren des österreichischen Olympia-Teams. Was sagen Sie zum Medaillen- Debakel in London?
Ströck: Natürlich ist es schade, dass Österreich keine Medaille gewonnen hat, die Sportler haben mit Sicherheit ihr Bestes gegeben. Zudem muss gesagt werden, dass es ungleich einfacher für uns Österreicher ist, bei den Winter- als bei den Sommerspielen Medaillen abzuräumen. In London nahmen jetzt 212 Nationen teil, während bei den Winterspielen 2010 nur 82 Länder dabei waren.

NEWS: Wo sehen Sie die Ursachen für den Misserfolg der heimischen Sportler?
Ströck: Wenn es schon darum geht, Schuldige zu suchen, dann sicher nicht bei den Sportlern. In Österreich stimmen die Rahmenbedingungen einfach nicht. Das beginnt schon beim Schulsport und endet bei den Trainingsanlagen für den Spitzensport. Woher soll denn der Sportlernachwuchs kommen, wenn heute schon Schulen ohne Turnhallen und Sportplätze gebaut werden?

Für jahrelange Arbeit vom Sportminister beschimpft
NEWS: Sportminister Norbert Darabos beschimpfte die heimischen Sportler als Olympia- Touristen. War das angemessen?
Ströck: Auf keinen Fall! Viele junge Sportler hat das schwer getroffen, wenn sie für jahrelange harte Arbeit am Ende vom Sportminister beschimpft werden. Vermutlich ist ihm der Kragen geplatzt. Er ist auch nur ein Mensch, aber er hat auch Verantwortung – und das scheint er in diesem Moment vergessen zu haben.

NEWS: Hat sich Ihr Sportsponsoring für die Olympischen Spiele 2012 trotz der Medaillen- Pleite wirklich gelohnt?
Ströck: Ja. Wir waren in London präsent, und das Feedback auf das Österreich-Haus war ausgezeichnet. Wir machen seit 1994 Sportsponsoring und haben gelernt, dass man gewinnt und auch mal verliert.

Spekulation treibt Brotpreis
NEWS: Zu einem ganz anderen Thema. Der Brotpreis soll im Herbst wegen der Missernten steigen. Stimmt das?
Ströck: Die heimische Getreideernte wird mit Sicherheit den inländischen Bedarf decken. Das ist nicht die Ursache für die Preissteigerungen.

NEWS: Was ist dann der Grund für steigende Brotpreise?
Ströck: Es sind die Spekulationen auf Getreide an den Börsen, die hier die Preise nach oben treiben. Leider bleibt auch unsere Branche nicht davon verschont.

NEWS: Experten gehen davon aus, dass die Getreidepreise um 20 bis 30 Prozent steigen werden. Was bedeutet das für den Brotpreis? Ströck: Wir rechnen mit einer Preissteigerung beim Endprodukt von drei bis vier Prozent.

NEWS: Liegt der zurückhaltende Preisanstieg nicht auch am harten Wettbewerb? Ströck: Ja, auch. Wer nicht genau kalkuliert, hat in diesem Geschäft keine Chancen mehr. Früher war das: Brot und Wasser zusammenmischen und backen. Heute muss man mindestens 20 Millionen Euro in eine Bäckerei investieren.

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Kommentare

Es git in Österreich keinen Grund für einen Preisanstieg! Wir haben super Ernten in ganz Europa und verwenden in Europa, zumindest bei uns, defakto keinen amerikanischen Weizen. Also -> Preis staatlich regeln und schon passt alles. Wozu sollen wir Bürger die Probleme der Amerikaner bezahlen? Globalisierung muss auch mal ein Ende haben!

Wie pervers ist diese Gesellschaft Getreide ein LEBENSWICHTIGES GRUNDPRODUKT, nicht nur für BROT u.a. GEBÄCK , wird laufend teurer, war es früher die Anpassung an den T-Euro, dann kamen höhere Spritpreise, welche die UNTERNEHMER AUF DIE VERBRAUCHER umgewälzt haben, sogen. Getreide-Spekulations-Engpäße usw. Heute kann keiner mehr den wahren Grund für die UNZÄHLIGEN ANPASSUNGSERHÖHUNGEN nennen und RECHTFERTIGEN.
Zum Leben ist das Brot (normales helles Brot !) und Semmeln jetzt schon ein LUXUS.
ABER GETREIDE zu "Bio"-SPRIT verarbeiten das geht, nur den Sprit kann KEINER ESSEN.

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