Geplante Obsoleszenz von

Geräte mit Ablaufdatum

Produkte, die sofort nach Ende der Garantiezeit kaputt werden? Ja, das gibt es!

Geplante Obsoleszenz - Geräte mit Ablaufdatum © Bild: Thinkstock

Hatten Sie schon einmal den Eindruck, dass viele Geräte sofort nach Ablauf der Garantie kaputt werden? Dieser Eindruck täuscht möglicherweise nicht. Man bezeichnet das Phänomen mit dem Fachausdruck "Geplante Obsoleszenz". Ein Begriff, mit dem wohl die wenigsten Verbraucher etwas anfangen können. Dabei gibt es die Technik schon seit fast hundert Jahren.

Unter geplanter Obsoleszenz versteht man die bewusste Reduktion der Lebensdauer von Geräten durch den Hersteller. Durch verschiedene Tricks wird dafür gesorgt, dass ein Gerät weit vor Ende seiner eigentlichen Lebensspanne den Geist aufgibt, damit der Kunde sich ein neues Produkt kauft und der Hersteller mehr verdient.

Als Erfinder der geplanten Obsoleszenz gilt der frühere Präsident von General Motors Alfred P. Sloan, der erstmals Geräte in Autos einbauen ließ, damit diese schneller den Geist aufgaben und die Kunden ein neues Auto benötigten. Bekannt ist in diesem Zusammenhang auch die Feinstrumpfhose. 1935 erfand der Konzern DuPont die Nylonstrumpfhose. Die Kundinnen waren begeistert. Das Problem war jedoch, dass die Produkte zu lange hielten und die Umsätze bald einbrachen. Deshalb wurde die Strumpfhose einfach dünner gemacht, damit sie schneller riss und die Kundinnen öfters neue Strumpfhosen benötigten.

Gerade in der schweren Wirtschaftskrise der 1920er und 1930er Jahre wurde diese Technik überwiegend positiv und sogar als Möglichkeit gesehen, um aus der Rezession zu kommen. Als besonders bekanntes Beispiel gilt das Phoebuskartell von 1924, bei dem sich verschiedene Hersteller von Glühbirnen darauf einigten, dass Lampen maximal 1.000 Stunden Brenndauer haben sollten. Das Kartell gilt offiziell seit 1944 als aufgelöst, es gibt aber auch Gegenstimmen die meinen, das Kartell gäbe es möglicherweise immer noch.

Ressourcenverschwendung
In den letzten Jahren hat sich die gesellschaftliche Einstellung zur bewussten und frühzeitigen Zerstörung von Geräten radikal gewandelt. Während es lange als Zeichen von Wohlstand und Fortschritt galt, Geräte möglichst häufig zu wechseln, hat in letzter Zeit der Umweltaspekt mehr und mehr an Stellenwert gewonnen. Die Verschwendung von Ressourcen und das Verschweigen der Gebrauchsdauer von Geräten werden von den Konsumenten immer weniger akzeptiert.

Einer der schärfsten Kritiker der geplanten Obsoleszenz ist der deutsche Diplom-Betriebswirt Stefan Schridde, der im Februar 2012 die Onlineplattform "Murks? Nein Danke!" gegründet hat. Inzwischen ist es die größte Plattform zum Thema. Fälle, bei denen es sich vermutlich um geplante Obsoleszenz handelt, werden von Betroffenen auf der Homepage präsentiert. Inzwischen beteiligen sich mehr als 100 Personen an der Pflege und Entwicklung der Onlineplattform. Die Liste der Schande von bewusst nicht gut verarbeiteten Geräten ist dabei sehr lange. So unterschiedliche Produkte wie Smartphones, Digitalkameras, Fernseher oder Automobile werden erwähnt.

Reparatur wird unmöglich
Die Ziele der immer stärker wachsenden Bewegung sind dabei nicht nur ein "Naming and Shaming" der Produkterzeuger. Man will einen schonenden Umgang mit Ressourcen durch optimale Nutzbarkeit, einfache Reparatur und Recycling älterer Produkte erreichen.

Die Techniken zur Reduzierung der Lebensdauer von Produkten änderten sich im Lauf der Jahrzehnte. Beliebt ist heute beispielsweise der Einsatz festverbauter Akkus, deren Reparatur nur mehr über den Hersteller möglich ist und die die Lebensdauer, beispielsweise eines Smartphones, an die wesentlich kürzere des Akkus bindet. Am weitesten verbreitet ist diese Technik bei elektronischen Geräten, da sich diese besonders einfach manipulieren lassen. Laut Schridde würde gerade bei Elektroprodukten der Einsatz von 1 Euro teureren Teilen genügen, um die Lebensdauer um fünf Jahre zu erhöhen.

Da verwundert es nur wenig, dass mehr und mehr Konsumenten fordern, die Hersteller müssten gezwungen werden, die geplante Lebensdauer eines Produktes anzugeben. Denn sonst kauft man häufig die Katze im Sack und das Produkt landet viel schneller auf dem Müllplatz, als man sich das beim Kauf erwartet hätte.

Weiterführender Link
Murks? Nein Danke!"

Kommentare

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Jede Glühbirne hällt 100.000 Stunden Man muß nur die Temperatur des Glühfadens herab setzen. Also immer nur gedimmt.
Rechnen wir mal normale 100 W Glühbirne 1.-EUR 1000 Stunden, 100 kWh Strom 20.-EUR Stromkosten für 1000 Stunden.

Etwas rötlicheres Licht mit 2 Stück 100 Watt Glühbirnen. Die Lichtsträke ist die Gleiche, nur eben die Farbtemperatur noch mehr rötlich. Anteilige Kosten der 2 Glühlampen für 1000 Studnen nur 2 Cent, dafür 40.-EUR Stromkosten.

Aber all diese Rechnerei hat sich ja mit der LED Lampe erübrigt.

heinz49 melden

Re: Jede Glühbirne hällt 100.000 Stunden einfache Möglichkeit wäre die Hinaufsetzung der Garantiezeit auf 3 oder 4 Jahre
die Politik müsste nur wollen

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