Generalstreik in Portugal von

Ein Land steht still

U-Bahn und Fähren in Lissabon außer Betrieb - auch Post und Museen solidarisieren sich

Generalstreik in Portugal - Ein Land steht still © Bild: APA/EPA/MARIO CRUZ

In Portugal hat am Donnerstag ein Generalstreik aus Protest gegen die harten Sparmaßnahmen der Regierung begonnen. In Lissabon und anderen Städten sind Demonstrationen und Kundgebungen geplant. Bereits in der früh standen in der Hauptstadt der U-Bahn-Verkehr sowie die Fähren komplett still. Zu dem Ausstand hatte der größte Gewerkschaftsverband aufgerufen.

Züge und Busse sowie die U-Bahn in der zweitgrößten Stadt Porto wollten nur einen sehr eingeschränkten Service anbieten. Auch die Häfen des Landes sowie die öffentliche Verwaltung - Schulen, Krankenhäuser, Bibliotheken, die Post, Museen und die Müllabfuhr - wollten sich an dem Massenausstand beteiligen.

Zu dem Streik, dem ersten Generalstreik des Jahres in Portugal, hatte der größte Gewerkschaftsverband CGTP aufgerufen. Die Gewerkschaftszentrale wirft der Regierung vor, das Land unter dem Diktat von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) in den Abgrund zu führen. Sie verweist unter anderem auf eine gestiegene Arbeitslosenquote von amtlich 14 Prozent. Der sozialdemokratisch ausgerichtete Gewerkschaftsverband UGT beteiligt sich im Gegensatz zum Generalstreik vom November diesmal nicht an dem Ausstand.

IfW: "Parallelen zum griechischen Niedergang"
Nach Einschätzung des Kieler Instituts für Wirtschaftsforschung (IfW) kann Portugal nur mit einer harten Reformpolitik dem Schicksal Griechenlands entgehen. Mit Blick auf die Renditen für portugiesische Staatsanleihen, die schrumpfende Wirtschaft und eine extrem hohe Arbeitslosenquote von 15 Prozent würden sich "Parallelen zum griechischen Niedergang geradezu aufdrängen", hieß es in einer am Donnerstag veröffentlichten IfW-Studie. Allerdings verfüge Portugal grundsätzlich über eine bessere Ausgangsposition zur Überwindung der Krise als Griechenland und könne den Weg aus der Krise schaffen.

Schulden-Krise