Geläuterter Papst-Attentäter: Agca will nach Haftentlassung neuen Papst treffen!

Benedikt XVI. will noch heuer die Türkei besuchen

Mehmet Ali Agca, der 1981 ein Attentat auf Papst Johannes Paul II. verübte, will nach seiner bevorstehenden Haftentlassung nun dessen Nachfolger Benedikt XVI. treffen. "Er will den Neuen treffen," sagte Agcas Bruder Adnan Agca der türkischen Zeitung "Sabah".

Wenn der Papst seinem Bruder eine Audienz gewähre, sei dieser bereit, nach Italien zu reisen. Ansonsten könne ein Treffen der beiden auch im Rahmen des für heuer vorgesehenen Türkeibesuchs von Benedikt XVI. arrangiert werden. Ali Agcas türkischer Anwalt hatte am Montag mitgeteilt, dass sein Klient am Donnerstag aus türkischer Haft freikommen werde.

Nach dem Papst-Attentat war Agca zunächst in Italien in Haft gewesen. Dort wurde er im Juni 2000 von Staatspräsident Carlo Azeglio Ciampi begnadigt und an die Türkei ausgeliefert. Hier war er 1980 in Abwesenheit wegen Mordes an einem türkischen Journalisten zum Tode verurteilt worden. Das Urteil wurde jedoch in eine Haftstrafe umgewandelt. Insgesamt 36 Jahre Haft sollte Agca wegen des Journalistenmordes sowie wegen zweier bewaffneter Angriffen in den 70er Jahren in Istanbul verbüßen. Dank einer Amnestie aus dem Jahr 2002 sowie einer Verringerung der Haftstrafen könnte Agca jedoch vorzeitig freikommen. Der Jurist Turgut Kazan will dies allerdings mit einem Antrag verhindern.

Agca hatte am 13. Mai 1981 auf dem Petersplatz in Rom auf Papst Johannes Paul II. geschossen und ihn lebensgefährlich am Bauch verletzt. Nach dem Tod des Oberhaupts der katholischen Kirche im April vergangenen Jahres hatte Agca vergeblich um Hafturlaub gebeten, um an dessen Beisetzung teilzunehmen. (apa)