Gehrer bestätigt: Erster Schritt in Richtung Rückkauf der fünf Klimt-Bilder ist gesetzt

Wird über öffentliche und private Gelder finanziert Gutachten von internationalen Experten als Preisbasis

Die Republik Österreich hat nach dem Schiedsspruch bezüglich der fünf Klimt-Bilder, die an Bloch-Bauer-Erbin Maria Altmann restituiert werden, den ersten Schritt in einem vorher vereinbarten Prozedere für einen möglichen Ankauf eines oder mehrerer Bilder getätigt. Dies bestätigte Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) am Rande der "Saliera"-Pressekonferenz der APA. Für die Finanzierung wolle man auf ein PPP-Modell, eine Mischung aus privaten und öffentlichen Geldern, zurückgreifen, so Gehrer.

Der erste notwendige Schritt in dem Prozedere war, den Bloch-Bauer-Erben offiziell mitzuteilen, dass man in Verhandlungen über eines oder mehrere der Bilder eintreten will. Dafür hatte man nach APA-Informationen bis kommenden Donnerstag Zeit. "Dies ist geschehen", so Gehrer heute.

Nun folgen Verhandlungen mit der von Anwalt Randol Schoenberg vertretenen Altmann und den weiteren vier Erben, danach ein Mediationsverfahren, bei dem der Grazer Historiker Dieter A. Binder als Mediator eingesetzt wird. Der Preis der Bilder wird aus den Schätzgutachten von drei internationalen Kunstexperten oder Auktionshäusern ermittelt, heißt es in der morgen, Montag, erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil".

Zur Finanzierung wolle man auf ein "PPP-Modell" ("Private Public Partnership") zurückgreifen, schilderte Gehrer der APA. Der öffentliche Anteil solle nicht aus dem Beisteuern von Budgetgeldern, sondern aus der steuerlichen Absetzbarkeit für die Mäzene und Sponsoren bestritten werden, so die Ministerin. Dadurch nehme das Finanzministerium weniger Geld ein, was eine Form der Zahlung sei, so Gehrer.

Zu den Medienberichten über ein Bankenkonsortium, das der Republik einen langfristigen Kredit für die Anschaffung gewähren soll, oder zu einzelnen Sponsoren wollte Gehrer keine Angaben machen. Man habe mit Altmann und ihrem Anwalt Stillschweigen vereinbart. In der Samstags-"Zeit im Bild" des ORF wurde berichtet, dass der Vorstand der BAWAG am Dienstag mit anderen Banken eine gemeinsame Finanzierung durch ein Bankenkonsortium beraten wird.

Bei den Bildern handelt es sich um "Adele Bloch-Bauer I", "Adele Bloch-Bauer II", "Apfelbaum", "Buchenwald/Birkenwald" und "Häuser in Unterach am Attersee". (apa/red)