Geheime Atom-Eliteschule im Iran: Junge Wissenschaftler tüfteln an Nuklerwaffen

Ehemaliger Geheimdienstler leitet Forschungsstation Experiment mit spaltbarem Uran wurde durchgeführt

Trotz gegenteiliger öffentlicher Beteuerungen treibe die Regierung in Teheran ihre Pläne zum Bau einer Atombombe "offenbar im Eiltempo" voran und habe dazu eine geheime Eliteschule mit den besten jungen Nuklearwissenschaftlern gegründet, berichtet ein deutsches Wochenmagazin.

Die geheime Schule befindet sich laut "Spiegel" in einem streng vom Militär bewachten abgelegenen Gelände namens Sohanak im Nordosten Teherans. Das "Institut für angewandte Atomtechnik" werde von Abbasali Amid Sanjani geleitet, einem ehemaligen Geheimdienstmann und Führungsmitglied der Revolutionsgarden.

Sanjani, der über keinen akademischen Hintergrund verfüge, sei von Präsident Mahmoud Ahmadinejad kürzlich sogar zum neuen Rektor der Universität Teheran ernannt worden, was zu Protesten unter Studenten geführt habe, so "Der Spiegel". In der nuklearen Kaderschmiede würden etwa 50 junge Wissenschaftler auch an Testläufen für P2-Zentrifugen für die Anreicherung von spaltbarem Uran-235 experimentieren, mit deren reibungslosen Betreiben die iranischen Experten bisher Probleme gehabt hätten.

Kontrollzentrum für Atomfragen
Ahmadinejad soll sich regelmäßig über die Fortschritte der Atomwissenschaftler informieren. Erst im Dezember habe er gemeinsam mit Revolutionsführer Ali Khamenei die Leitung eines geheimen "Kontrollzentrums für Atomfragen" übernommen, schreibt das Magazin. Das Kontrollzentrum ermögliche dem Präsidenten, sämtliche Ausgaben für den Bombenbau zu koordinieren.

Nach Informationen westlicher Geheimdienste hat Ahmadinejad als Stellvertreter im Kontrollzentrum seinen Freund und radikalen Mitstreiter Farhad Rahbar bestimmt. Dem neuen Gremium unterstünden auch führende iranische Nuklearexperten, die die Internationale Atomenergiebehörde IAEA (IAEO) mehrfach vergeblich um ein klärendes Gespräche gebeten habe. (apa/red)