Gefechte in Gaza dauern weiterhin an:
Israel berät sich über einseitige Waffenruhe

Feuerpause aber nur bei Ende des Waffenschmuggels Zwei Tote bei Beschuss einer UN-Schule durch Israel

Gefechte in Gaza dauern weiterhin an:
Israel berät sich über einseitige Waffenruhe © Bild: Reuters/Behrakis

Trotz der sich verdichtenden Anzeichen für eine Waffenruhe hat Israel seine Offensive im Gazastreifen fortgesetzt. Kampfflugzeuge bombardierten am Morgen Ziele im Süden der Stadt Gaza. Zudem war sporadisches Maschinengewehrfeuer zu hören. Nach dem Sicherheitsrat forderte auch die Vollversammlung der Vereinten Nationen eine sofortige Waffenruhe und einen Abzug der israelischen Truppen.

Offiziellen Angaben zufolge stimmten 142 Länder für die nicht bindende Resolution, vier Länder dagegen, darunter Israel und die USA. Acht Länder enthielten sich. Israels Außenministerin Livni unterzeichnete indes ein Abkommen mit den USA zur Verhinderung des Waffenschmuggels in den Gazastreifen, das als eine Voraussetzung für einen Waffenstillstand gilt. Eine Waffenruhe müsse nicht aus Übereinstimmung mit der Hamas kommen, sondern in Vorkehrungen gegen die Hamas, sagte sie.

Israel erwägt politischen Kreisen zufolge eine einseitige Feuerpause im Gazastreifen. Ministerpräsident Olmert wolle noch heute Abend ein Treffen seines Sicherheitskabinetts einberufen, um darüber zu entscheiden. Diese Variante werde von der politischen Führung bevorzugt, statt in eine von Ägypten vermittelte offizielle Waffenruhe mit der radikal-islamischen Hamas einzutreten. Offenbar erhofft sich Israel dadurch politischen Zugeständnissen an die Hamas zu entgehen, wie etwa ein Ende der Gaza-Blockade. Dies könnte die Hamas als politischen Sieg für sich ausschlachten.

Beim Beschuss einer Schule der Vereinten Nationen durch israelische Soldaten im Norden des Gazastreifens sind unterdessen zwei Menschen getötet worden. Eine Frau und ein Kind seien in dem Gebäude in Beit Lahiya gestorben, wo sie zusammen mit anderen Zivilisten Schutz vor den Kampfhandlungen gesucht hätten, wie Hilfskräfte vor Ort berichteten. Elf weitere Menschen seien verletzt worden. Um die Schule, die von den Vereinten Nationen geführt wird, lieferten sich israelische Soldaten in Panzern demnach heftige Kämpfe mit militanten Palästinensern.

(apa/red)