Gefährliches Vogelgrippevirus erreicht EU: H5N1 in Griechenland und Italien entdeckt

Bei zwei Schwänen auf Sizilien nachgewiesen In China und Indonesien neuerlich drei Tote bestätigt

Die Vogelgrippe hat die Europäische Union erreicht: In Italien und Griechenland wurde erstmals das auch für Menschen gefährliche Virus H5N1 nachgewiesen. Bei Untersuchungen des Referenzlabors für Vogelgrippe in Padua sei festgestellt worden, dass bei mindestens zwei toten Schwänen in Süditalien der Erreger H5N1 gefunden wurde. Österreich wird vorerst keine Stallpflicht für Geflügel einführen, die weitere Entwicklung aber genau beobachten.

"Was die menschliche Gesundheit betrifft, können wir relativ ruhig sein, aber es gibt Grund zur Besorgnis was die Tiere betrifft", sagte der italienische Gesundheitsminister Francesco Storace. Auch in Griechenland wurde am Samstag das Virus H5N1 nachgewiesen. Das Referenzlabor in Großbritannien habe bei drei toten Schwänen den Erreger H5N1 gefunden. Die Schwäne waren im Raum der nordgriechischen Hafenstadt Thessaloniki verendet. Das Landwirtschaftsministerium in Athen rief die Bürger auf, Ruhe zu bewahren. "Die verendeten Vögel waren Wild- und keine Nutzvögel", hieß es.

17 Tote Schwäne in Italien
In Italien wurden nach Angaben von Storace in Kalabrien und Apulien sowie auf Sizilien insgesamt 17 tote Schwäne gefunden. "Wir sind in Kontakt mit der Europäischen Union, um eine komplettere Analyse der Situation in Europa zu bekommen", erklärte der Gesundheitsminister. Die Flugrouten der Vögel hätten sich wahrscheinlich wegen der Kälte in den Balkan-Staaten nach Italien verlagert, fügte er hinzu.

Rumänien bestätigt neuen Vogelgrippe-Herd
Rumänien hatte einen neuen Vogelgrippe-Herd bestätigt. Seit Ausbruch der Tierseuche im Oktober 2005 hat das Land insgesamt 27 Infektionsherde gemeldet. Am vergangen Mittwoch hatte die Vogelgrippe auch Afrika erreicht. Die nigerianischen Behörden verhängten eine Quarantäne über eine Geflügelfarm im Norden des Landes.

Als Sofortmaßnahme wollte Storace einen Erlass unterzeichnen, der 21 Tage lang Transporte und Handel mit lebenden Tieren verbietet, die durch das Virus gefährdet sind. Das Verbot gelte nur für die betroffenen Regionen. "Was die Ernährung betrifft, gibt es keine Probleme und schon gar nicht hinsichtlich des Verzehrs von Hühnern", erklärte der Minister.

In Proben von Wildschwänen aus Bulgarien ist ebenfalls die gefährliche Variante des Vogelgrippevirus nachgewiesen worden. Dies teilte die Europäische Kommission am Samstag in Brüssel mit, nachdem Proben der Vögel in einem britischen Labor untersucht worden waren. Die infizierten Schwäne seien in dem Feuchtgebiet Vidin nahe der rumänischen Grenze gefunden worden.

Durch den Rückflug der Zugvögel nach Europa sei mit weiteren Fällen zu rechnen, weiß man im österreichischen Gesundheitsministerium. Sollten diese in Slowenien oder Norditalien auftreten, dann werde man die Stallpflicht für Geflügel einführen, zudem liege das Maßnahmenpaket zur Geflügelpest fertig in der Schublade, bekräftigte die Sprecherin.

Bereits am Freitag hat die EU-Kommission beschlossen, beim Auftreten von Vogelgrippe bei Wildvögeln von den anlassbezogenen Maßnahmen zum Regelfall überzugehen. Dies sollte ursprünglich Anfang kommender Woche offiziell werden. Dieses Vorgehen sei weitgehend ident mit dem österreichischen Geflügelpestplan, so wie er auf der Homepage nachzulesen ist. (apa/red)