Gefährliche Überfahrt: Fast 400 Flüchtlinge sind 2005 vor der Küste Spaniens ertrunken

Das sind um 80 Tote mehr als noch im Jahr zuvor Hilfsorganisation kritisiert die strenge Überwachung

Den Traum von einem besseren Leben in Europa haben im vergangenen Jahr vor den Küsten Spaniens und Marokkos mindestens 368 illegale Zuwanderer mit dem Leben bezahlt. Das sind 80 Tote mehr als im Jahr 2004, wie die spanische Hilfsorganisation APDHA mitteilte.

Allein 226 Opfer ertranken bei dem Versuch, in kleinen Booten von Nordafrika aus die Kanarischen Inseln zu erreichen. Zahlreiche Tote habe es aber auch in marokkanischen Gewässern gegeben. Angesichts der hohen Dunkelziffer dürfte die tatsächliche Zahl der Opfer sogar bei 700 liegen, hieß es weiter.

Die strenge Überwachung der spanischen Südküste an der Meerenge von Gibraltar habe verheerende Auswirkungen, kritisierte der APDHA- Vorsitzende Rafael Lara. Sie führe dazu, dass viele Flüchtlinge die weitaus gefährlichere Route nach den Kanarischen Inseln wählten. Nach Ansicht Laras war auch der Massenansturm von Afrikanern auf die spanischen Nordafrika-Exklaven Ceuta und Melilla im vergangenen Jahr eine Folge der verschärften Kontrollen an der Südküste. (apa)