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Offizielles Aus für "rote Teufel"

Beschluss zur Liquidierung unterfertigt - Traditionsklub nach 110 Jahren geschlossen

Fans beim letzten, offiziellen Spiel des GAK´s in der Regionalliga gegen den LASK. © Bild: GEPA pictures / David Rodriguez

Im 110. Jahr seines Bestehens endete die Geschichte des Grazer Traditionsvereins GAK. Am Dienstagnachmittag wurde vom Landesgericht für Zivilrechtssachen der Beschluss zur Liquidierung des Unternehmens unterfertigt. Nun läuft noch ein Rekurs, der bis Ende kommender Woche von der Instanz entschieden sein dürfte.

Wie Richterin Ulrike Russ am Mittwoch erklärte, sei die Schließung auf Antrag des Masseverwalters und mit Zustimmung des letzten Präsidenten Benedikt Bittmann erfolgt. Für den Fortbetrieb wären monatlich 129.000 Euro notwendig gewesen, als Fortführungskaution hätten bis 30. Oktober 50.000 und bis 2. November nochmals 100.000 Euro hinterlegt werden müssen. Es scheiterte aber schon an der ersten Summe, die nicht zur Gänze aufgebracht werden konnte. Um das Kapitel endgültig zu schließen, wird sich nun noch die Berufungsinstanz mit einem Rekurs des Rechnungsprüfers befassen. Der Profibetrieb beim GAK ist bereits seit Montag eingestellt. Die Jugend ("GAK Juniors") wurde als eigner Verein ausgegliedert, die Nachwuchsarbeit soll gesichert sein.

Sportlicher Erfolg um zu hohen Preis

Als Anfang vom Ende des Grazer Traditionsklubs stellte sich im Nachhinein das Double im Jahre 2004 heraus. Der damalige sportliche Erfolg bedeutete gleichzeitig einen finanziellen Genickbruch, von dem sich der Verein nie wieder erholen konnte. Das Meisterteam um Trainer Walter Schachner war zu teuer, undurchschaubare Geldflüsse taten ihr übriges. Der Sprung in die Champions League gelang nicht. Gegen Liverpool kam nach einem 0:2 im Hinspiel trotz eines umjubelten, aber sportlich wertlosen 1:0 an der Anfield Road das Aus. Bis zum ersten Konkurs im März 2007 sind mehr als 15 Mio. Euro Gesamtschulden angehäuft, davon werden aber rund 10 Mio. nicht schlagend.

Rückkehr ins Profi-Geschäft gelang nie wieder

Für den seit 1902 bestehenden Traditionsverein erfolgte nach der Zwangsrelegation aus der Bundesliga ein Neustart. Jedoch stieg der GAK nicht im Unterhaus ein, sondern in der Regionalliga Mitte. Trotz weiterer Konkursanträge im Oktober 2007 sowie im Dezember 2009 kämpften die Grazer vehement um die Rückkehr ins Profi-Geschäft. Die größte Chance ergab sich Anfang Juni dieses Jahres. Als souveräner Regionalliga-Meister traf der von der Bundesliga mit einem positiven Lizenz-Antrag ausgestattete GAK in der Relegation auf Hartberg. Nach einem 0:0 vor 14.600 Zuschauern in der Grazer UPC Arena folgte im Rückspiel allerdings ein Skandal. Beim Stand von 3:0 für Hartberg stürmten GAK-Fans auf das Spielfeld, die daraufhin abgebrochene Partie wurde mit 3:0 für die Oststeirer gewertet. Der Traum vom Aufstieg war für den GAK dahin.

Ende September erklärte Präsident Benedikt Bittmann seinen Rücktritt, am 19. Oktober erfolgt ein weiterer Konkursantrag. Der Spielbetrieb des aktuell auf Rang sechs liegenden GAK wird eingestellt. Ein 2:6 im "Traditions-Duell" mit den LASK am vergangenen Samstag bildet damit den Abgesang der Grazer. Ob der Verein in der 1. Klasse neu gegründet wird, steht aktuell in den Sternen.

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