Nicht ganz eine Stunde hat die Salzburger SPÖ für ihren Wahlkampfabschluss gebraucht. Direkte Attacken auf den politischen Gegner blieben dabei wie schon im Wahlkampf aus."Die Menschen wollen es eben anders, die haben den Streit gerade abgewählt", sagte Landeshauptfrau Gabi Burgstaller vor etwa 200 bis 300 mit "Meine Landeshauptfrau"-Taferln ausgestatteten Funktionären und Sympathisanten im M32 am Salzburger Mönchsberg.
Etwas schärfer war zum Auftakt des Events über den Dächern der Salzburger Altstadt noch Bürgermeister Heinz Schaden zu Werke gegangen: "Die Propheten der sogenannten New Economy haben uns an den Rand des Abgrunds geführt", polterte Schaden mit Blick auf die Wirtschaftskrise. Daher sollten nun nicht die "Nörgler" regieren, sondern diejenigen, "die den Zusammenhalt suchen und nicht den Streit - diejenigen, die Solidarität in ihren Genen haben".
Die ÖVP wurde weder von Schaden namentlich erwähnt, noch von Burgstaller, die nach ihm - von der Band mit "Isn't she lovely, isn't she wonderful" eingesungen - auf der Bühne stand. "Bei uns wird nicht gestritten", gab sie als Motto auch für die letzten Wahlkampftage aus. Dass es "manche" (gemeint war VP-Chef Wilfried Haslauer) in den letzten Tagen "anders" (nämlich angriffslustiger) versucht hätten, nahm sie mit selbstbewusster Gelassenheit: "Das hat auch der Herr Kollege ein paar Mal schmerzhaft erfahren müssen, bei den letzten Fernsehkonfrontationen: das bringt nichts", sagte Burgstaller und riet den Funktionären: "Nur nicht ignorieren."
Zusammenhalt beschworen
Stattdessen beschwor Burgstaller in ihrer halbstündigen Ansprache den Zusammenhalt der Gesellschaft und die "Solidarität" zwischen Wirtschaft und Arbeitnehmern sowie zwischen Bauern und Konsumenten: "Wenn uns die Menschen am Sonntag ihr Vertrauen schenken, dann versprech ich ihnen, wir werden wieder nicht alles anders machen, aber wir werden nach unserem Grundsatz leben, dass wir vieles besser machen werden."
Auf Unterstützung aus Wien hatte die Salzburger SPÖ verzichtet. Lediglich "Bergdoktor"-Darsteller Harald Krassnitzer flimmerte zum Auftakt als Video-Grußbotschaft über die Flachbildschirme im Veranstaltungssaal. An Parteiprominenz waren ausschließlich Vertreter der Salzburger SPÖ gekommen, darunter auch Burgstallers Vorgänger an der Parteispitze Gerhard Buchleitner.
(apa/red)