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Fußball: Neue Fragen um FIFA-Aufseher Vesel

Wegen Vergangenheit beim slowenischen Verband

Ein früherer Job des FIFA-Chefaufsehers Tomaz Vesel sorgt für weitere Zweifel an dessen Unabhängigkeit vom neuen UEFA-Präsidenten Aleksander Ceferin. Aus Dokumenten, die der dpa vorliegen, geht hervor, dass Vesel vor seiner Berufung zum Vorsitzenden der Audit- und Compliance-Kommission beim Fußball-Weltverband als stellvertretender Leiter der Jugendkommission im slowenischen Verband NZS tätig war.

Zu dieser Zeit war Ceferin Chef des NZS. Gemäß der Governance-Richtlinien des Internationalen Fußball-Verbandes (FIFA) darf der Chefaufseher vier Jahre vor seiner Anstellung eigentlich keine "offizielle Funktion" bei einem Mitgliedsverband innegehabt haben. Auf Anfrage verwies die FIFA darauf, dass Vesel die Eignungsprüfung durch die Prüfungskommission bestanden habe. Einzelne Fälle könne diese jedoch nicht kommentieren.

Generell hätten die Prüfer bei ihrer Tätigkeit in der Vergangenheit mehrfach "interpretieren" müssen, welche Position in einem Verband offiziellen Charakter habe. Im Lebenslauf Vesels auf der Internetseite der FIFA ist seine Tätigkeit für den slowenischen Verband nicht verzeichnet.

Vesel war im Juli als Chefaufseher ernannt worden, sein Vorgänger Domenico Scala war im Mai nach einem Zerwürfnis mit FIFA-Präsident Gianni Infantino zurückgetreten. Im Wahlkampf Ceferins um das Amt des neuen Chefs der Europäischen Fußball-Union (UEFA) gab es mehrfach mediale Vorwürfe, dass Infantino über Berater Lobby-Arbeit für den Slowenen betrieben habe. Beide wiesen dies zurück. Vesel ist als Vorsitzender des dreiköpfigen Vergütungsausschusses unter anderem auch für das Gehalt von Infantino und Ceferin in dessen Rolle als Mitglied des FIFA-Councils zuständig.

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