Frequency 2012 von

Es wollte nicht enden

Nimmermüde The Cure wollten Bühne nicht verlassen und begeisterten am Abschiedstag

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    Frequency 2012

Als sollte das diesjährige Frequency in St. Pölten nie enden. Die nimmermüden Headliner "The Cure" wollten die Bühne in der Nacht auf Sonntag gar nicht verlassen. Bei der viertägigen Veranstaltung wurden 160.000 Besucher gezählt. Das Rote Kreuz hatte bis Samstagabend bei 2.100 Versorgungen gehalten. Ernsthafte Erkrankungen oder schwere Verletzungen seien vorerst nicht dazugekommen, hieß es.

Ein älterer Mann geht langsam auf die Frequency-Bühne, nimmt bedächtig die Gitarre in die Hand - und singt wie ein Junger von der unerreichbaren Liebe. "The Cure"-Frontman Robert Smiths Gefühlswelt, die sich nach bald 40 Jahren nach wie vor um das eine Thema dreht, kulminiert in "Lovesong". Wäre da nicht bei aller Schwermut, bei aller Melancholie dieses lebensbejahende Element, dieser Witz im Ausdruck des Musikers. "Wir haben so wenig Zeit, ich kann gar nichts sagen", lässt der mittlerweile 53-jährige grauhaarige Pumuckl das Publikum wissen. Der Gig dauerte dennoch fast zweieinhalb Stunden. Die Cure-Anhänger konnten sich u.a. über magische Versionen von "In Between Days" und "Just Like Heaven" freuen. "Friday I'm In Love", "Lovecats" und "Close To Me" und "A Forest" durften genauso wenig fehlen wie das obligatorische "Boys Don't Cry".

"Ruhmvolles Ende"
Smith gab sich schließlich nicht nur singfreudig, sondern auch äußerst redselig: Als er von der eigenen Musik sprach, kam er aus dem Schwärmen nicht mehr heraus, ohne überheblich zu wirken. "Live-Auftritte mache ich immer noch gern", sagte der Künstler. Bis zum nächsten Sommer stünden noch mehrere Shows auf dem Programm. Was danach passiert, wisse er nicht. Er wolle jedenfalls nicht auch noch in Jahren touren. "Ich möchte ein ruhmvolles Ende." Der Sänger antwortete stets ausufernd - einzig die Frage, ob die Chance besteht, dass die britische Band noch einmal ein Album veröffentlicht, quittierte er knapp: "Absolut nicht."

Wunderschön traurige xx
The xx, Landsleute von The Cure, hatten zuvor den Boden für die Headliner bereitet: Sie spielten eindringliche Lieder, die passend zum letzten Frequency-Tag an Abschiednehmen erinnerten. So traurig, so schön, einfach wunderschön traurig. Obwohl das junge Trio schon Musik zu Fernsehserien wie "90210", "Grey's Anatomy" oder "Gossip Girl" und sogar zur EURO 2012 beigesteuert hat, klingt sie wunderbar unkommerziell. Das Publikum vor der Green Stage teilte sich in zwei Gruppen - während die eine ganz in sich versunken war, ließ die andere noch einmal das Festival Revue passieren. "Coexist", der Nachfolger des Debütalbums "XX", erscheint am 7. September.

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