Frauen ergreifen die Hebeln der Macht: Bald weltweit elf Frauen an der Staatsspitze

Dennoch: Zahl ist im Vergleich zu 192 Staaten gering

Nach der Amtsübernahme von Michelle Bachelet in Chile gibt es ab März elf Länder - von insgesamt 192 - mit gewählten Frauen als Staats- und Ministerpräsidentin. Bachelets Wahlsieg setzt so den Vormarsch weiblicher Politiker in die Schaltzentralen der Macht fort.

Große Beachtung fand zuletzt im November die Wahl von Angela Merkel zur ersten deutschen Bundeskanzlerin. Die am Montag in Liberia vereidigte Ellen Johnson-Sirleaf ist die erste gewählte Präsidentin Afrikas. Die Wiederwahl der populären finnischen Staatspräsidentin Tarja Halonen gilt als ziemlich sicher. Weitere Frauen an der Spitze europäischer Staaten sind Mary McAleese in Irland und Vaira Vike-Freiberga in Lettland.

Zur Riege mächtiger Frauen zählt auch die philippinische Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo. Anders als Merkel regiert sie ein wirtschaftlich schwaches Land und wird international kaum gehört. Vorwiegend nur innenpolitisch starken Einfluss haben auch die Ministerpräsidentinnen von Neuseeland (Helen Clark), Bangladesch (Khaleda Zia), Mosambik (Luisa Diogo) sowie Sao Tomé und Principe (Maria do Carmo Silveira).

In Südamerika hat es vor Bachelet bereits mehrere Präsidentinnen gegeben - allerdings nur übergangsweise. Die bekannteste war Isabel Peron, die das Amt ihres verstorbenen Mannes Juan von 1974 bis 1976 in Argentinien fortführte. In Guyana folgte 1997 mit Janet Jagan (1997-99) ebenfalls eine Witwe ihrem verstorbenen Mann. Sie wurde als einzige direkt vom Volk gewählt. Im selben Jahr amtierte Rosalia Arteaga kurze Zeit als Präsidentin von Ecuador.
(apa)