Frau wollte nur schnell zum Briefkasten: 74-Jähriger nach Sturz im Schnee erfroren

D: Frau war zu schwach, um wieder auszustehen Arktische Kälte in Polen: Bis zu minus 31 Grad

Bei eisiger Kälte ist am Sonntagabend eine 74- Jährige im deutschen Bundesland Sachsen-Anhalt vor ihrer Haustür erfroren. Die gehbehinderte Frau habe in Wolfen nur kurz zum Briefkasten gehen wollen, sei dabei gestürzt und habe nicht wieder aufstehen können, sagte ein Sprecher der Polizei in Dessau.

Er bestätigte damit einen Bericht von "Radio SAW". Laut Wetterdienst Meteomedia fiel das Thermometer in Wolfen in der Nacht auf minus 14,8 Grad. Landesweit am kältesten war es in Königshütte im Harz mit 17,4 Grad Frost.

Bis zu minus 31 Grad in Polen
Mit Tiefsttemperaturen von bis zu minus 31 Grad Celsius in der Nacht auf Montag herrschte in Polen weiterhin arktische Kälte. In mehreren Orten im Südosten des Landes brach am Morgen der Nahverkehr zusammen, weil das Benzin in den Bussen gefror, berichtete der polnische Rundfunk. In Oberschlesien dagegen versagte die Elektronik vieler Straßenbahnen in der dicht bevölkerten Region. Im Zugverkehr kam es wetterbedingt zu zahlreichen Verspätungen.

In mehreren Teilen des Landes sagten die Behörden den Unterricht ab. In Masuren, einer der ärmsten Regionen Polens, waren die Schulen trotz Unterrichtsausfalls geöffnet. Auf diese Weise wollen die Schulbehörden sicherstellen, dass die Schüler geheizte Räume und ein warmes Essen erhalten, wenn sie trotz "Kälteferien" zur Schule kommen. Für viele Kinder ist die Schulspeisung die einzige richtige Mahlzeit des Tages.

Die Krisenzentren riefen zu Solidarität mit Kranken, Alten und Obdachlosen auf. Freiwillige Helfer wollten für alte und kranke Menschen einkaufen, die sich angesichts der klirrenden Kälte nicht aus ihren Wohnungen wagen. Allein am vergangenen Wochenende erfroren in Polen mindestens 21 Menschen. Die Zahl der Kältetoten seit Beginn des Winters stieg damit auf 144.
(apa)