Frankreich - England von

Ein relativ lauer Kracher

Kein Spiel für die Geschichtsbücher. Aber beiden Teams ist etwas zuzutrauen.

Frankreich - England - Ein relativ lauer Kracher © Bild: GEPA/Witters/Witters

England gegen Frankreich war vor allem eines nicht: der große Kracher in der Gruppenphase der EURO 2012. Diese Ehre bleibt - zumindest vorerst - der Mittwoch-Partie zwischen den Niederlanden und Deutschland. Insgesamt war der erhoffte Schlager ein anständiges Fußballspiel. Nicht mehr, nicht weniger. Beeindruckendes Detail am Rande: Frankreich ist mittlerweile seit 22 Spielen ungeschlagen, 15 davon wurden gewonnen.

Für England war es aber auch nicht der Absturz, den viele englische Fußball-Granden prophezeit hatten. Dabei hatte Englands Trainer Roy Hodgson einen ähnlichen Start wie Marcel Koller: Die Ex-Stars des Landes vereinigten sich und prügelten verbal auf ihn ein. Die Fans der "Three Lions" sehen das übrigens anders. Bei ihnen ist Roy Hodgson durchaus beliebt.

Das Team, das der Engländer erst wenige Wochen vor der EM übernommen hat, hat eine ordentliche Leistung gebracht. Steven Gerrard & Co. haben anständig geackert und einen nicht unverdienten Punkt geholt. Das Fehlen von Wayne Rooney ist allerdings nicht zu übersehen. Trotzdem: Den Engländern ist etwas zuzutrauen. Zumal vielleicht zum ersten Mal überhaupt nicht das ganze Land den EM-Titel erwartet.

Frankreich sollte man sowieso zumindest zum erweiterten Favoritenkreis zählen. Auch nach dem Spiel gegen England. Ribery, Nasri, Benzema und Kollegen haben nämlich den Wahnsinn, Raymond Domenech und Südafrika hinter sich gelassen - und sie haben Zauberfußball in den Beinen. Dass es gegen England nicht zu mehr gereicht hat, sollte da nicht weiter stören.

Fans wollen Fußball mit Herz
Das 1:1 ist insgesamt ein gerechtes Ergebnis. Das Chancenplus der Franzosen bewegte sich nur im niedrigen einstelligen Bereich. "Wenn sie mit Herz spielen, ist egal, wie es ausgeht", hoffte ein biertrinkender Engländer vor dem Match. Er dürfte mit dem Unentschieden zufrieden sein. Seine Einschätzung, dass Joe Hart der beste Tormann des Turniers ist, muss man aber nicht teilen. Auch, wenn er sein Team mit einer Glanztat in Hälfte eins im Spiel hielt. Immerhin wurde doch noch ein Konsens gefunden: Der beste englische Goalie seit Peter Shilton - und der musste dafür bei zwei Europa- und drei Weltmeisterschaften antreten und durfte erst nach der WM 1990 in Italien im Alter von 40 Jahren seine Nationalteamkarriere beenden.