FPK/FPÖ von

"Freistaat" als korrupter Süden

NEWS fragt nach, warum man sich in Kärnten mehr erlauben kann

FPK/FPÖ - "Freistaat" als korrupter Süden © Bild: Walter Wobrazek/Profil

Scheuch, Martinz, Grasser, Kulterer - ein Land wie eine Unschuldsvermutung. Warum man sich rund um den Wörthersee mehr erlauben kann. Und weniger zu befürchten hat.

Schön langsam werden diese Schreiberlinge mit ihrer eintönigen Fragerei lei a bissale nervig: Ob es für ihn denn, selbstverständlich rein theoretisch, akzeptabel wäre, sich von einem rechtskräftig wegen Korruption verurteilten Politiker vertreten zu lassen? Landeshauptmann Gerhard Dörfler senkt wie in Zeitlupe den Kopf, faltet die Hände und blinzelt direkt in jene Sonne, die vor vier Jahren so plötzlich vom Himmel fiel. „Ich habe meinen eigenen Gerechtigkeitssinn“, sagt er. Und bringt damit die Verfasstheit der Kärntner Polit-Elite auf den Punkt.

Mit dem alkoholbedingten Horrorcrash Jörg Haiders kollabierte zwischen Lavanttal, Lindwurm und Loiblpass zwar auch ein System wechselseitiger Abhängigkeiten, ein System ungenierten Gebens und Nehmens, dessen Klammer zweifellos der Landesvater himself bildete. Doch die Systemerhalter dieses Freistaats Kärnten, sie sitzen damals wie heute an den Schalthebeln der Macht.

Diagnose: Realitätsverlust
„Kärnten bringt nicht mehr Gauner als andere Bundesländer hervor – spezifisch ist nur ihr Umgang mit diesen Gaunereien“, befindet Peter Turrini, aufgewachsen in Maria Saal, heute bekennender Exilkärntner und einer der wichtigsten Vertreter der österreichischen Gegenwartsliteratur. Und auch Klaus Ottomeyer, leitender Sozialpsychologe an der Universität Klagenfurt, dessen Vorlesungen seinerzeit sogar Haiders Witwe Claudia besuchte, konstatiert ernüchtert: „Haiders Polit-Erben leiden unter völligem Realitätsverlust.“

Spezifischer Umgang mit Gaunereien? Völliger Realitätsverlust? So ziemlich alles, was am Fuße der Karawanken politischen Rang und Namen hat, inflationiert mittlerweile die Unschuldsvermutung:

Wie etwa FPK-Chef und Landesbildungsreferent Uwe Scheuch, der im Zuge der von NEWS aufgedeckten „Part of the Game“-Affäre (nicht rechtskräftig) zu sieben Monaten Gefängnis auf Bewährung und einer Geldstrafe von 150.000 Euro verurteilt worden ist. Doch nun könnte es für den rücktrittsresistenten Vize-Landeshauptmann noch brenzliger werden. Nach einem geharnischten Bericht des Kärntner Landesrechnungshofes ermittelt die Korruptionsstaatsanwaltschaft in der sogenannten „DVD-Affäre“: Im letzten Landtagswahlkampf wurden sämtliche Kärntner Haushalte mit einer patriotischen Videodisc samt Hochglanzfolder beglückt – wobei die Rechnung von Kärntner Landesgesellschaften und nur zu einem kleinen Teil von der damaligen Scheuch-Partei BZÖ beglichen wurde.

Tja, und wo bleibt Haiders fescher Protegé vom Wörthersee? Auch gegen Karl-Heinz Grasser wird unter Hochdruck ermittelt. Und das gleich in mehreren Causen. Der wichtigste Fall ist dabei die Buwog- Affäre, bei der neben Grasser der langjährige Haider-Lebensmensch Walter Meischberger eine zentrale Rolle spielt. Und schließlich gibt es da noch die Mutter aller Kärntner Ermittlungsverfahren, den Fall Hypo. Wolfgang Kulterer, Exchef von Haiders Hausbank, wurde erst vor kurzem (nicht rechtskräftig) zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt, eine Flutwelle weiterer Hypo-Anklagen ist bereits im Anrauschen. Kärntens dunkle Polit-Psyche. Staatsanwaltliche Ermittlungen, massive Anklagen, Unsummen ohne Leistung, erstinstanzliche Haftstrafen – aber keinerlei Rücktritte.

Kärntens dunkle Polit-Psyche
Wie konnte Österreichs sonniger Süden nur zum Land der unbegrenzten kriminellen Möglichkeiten verkommen? Was rückt unser malerisches Carinthia so nah ans ehrenwerte Calabria? „Durch die ewige Abwehr des Fremden in uns selbst entstand ein seltsamer politischer Charakter“, analysiert Peter Turrini die Verhaltensmuster der Kärntner Macht-Elite. Seit Jahrhunderten, so Turrini, sei seine Heimat ethnisch vermischt gewesen, ein gleichrangiger Mix und eine Überlappung aus deutschsprachigen Kärntnern und Kärntner Slowenen. „Doch mit dieser kulturellen Vielfalt konnte die Politik nie etwas anfangen, es wurde stattdessen lieber in Lederhosen und Trachtenanzügen germanisiert.“ Alltäglicher Abwehrkampf. Kärnten is lei ans und der realpolitische Alltag ein ständiger Abwehrkampf – gegen den Wasserkopf Wien, gegen die übergeordnete Justiz.

Die ganze Geschichte lesen Sie in der aktuellen Printausgabe von NEWS (28/12).

Kommentare

mmeinung melden

Vielleicht begreifen die Kärnterinnen und Kärntner irgendwann, wen sie da in ihren verantwortungsvollen Positionen sitzen bzw. gewählt haben - mit der Wahl ist es auch so eine Sache, gewählt haben sie ja zuerst das BZÖ na ja und jetzt ist es die FPK.
Wenn ich Kärntner Wähler wäre käme ich mich ganz schön verschaukelt vor. Aber die Großparteien brauchen eh nicht so auf den Tisch zu hauen, die haben genug vor den eigenen Türen zu kehren, meine ich....
Jedes Land hat die Politiker die es wählt....

higgs70
higgs70 melden

Richtig, aber selbst Schwerbetrunkene .... ...und andere temporär oder dauerhaft nicht Durchblickende müssten jetzt langsam jenes Muster erkennen,dass nunmal alles,was der große Blender aussuchte,früher oder später unweigerlich seinen Weg zum Staatsanwalt findet.Der Mann hatte einen invertierten Midastouch fürs Personal.Und schlüpft einmal einer durch die Maschen des Gesetzes,dann nicht,weil ers nicht tat,sondern weil ers nicht verstand.Und in Kärnten haben sie sich zwischen Claudia-wo-ist-das-Geld und Jörg-was-soll-ich-sagen,zwischen Part-of-the-game und Wos-woa-mei-Leistung, zwischen Tu-dir-nix-an,-es-läuft-gut und den wechselnden Unwörtern des Jahres häuslich eingerichtet.Und sie wollen den Ausgang nicht und nicht finden.
Und wenn der Wähler jetzt nicht reagiert, dann sollte man vielleicht mal das Trinkwasser überprüfen lassen.

Der eigentliche Skandal ist die Wörtherseejustiz u. das OLG GRAZ! Sie haben Recht! Kärnten ist gegeüber anderen Bundesländer nicht krimineller!
"ABER" wenn z. B. die Klagenfurter Justiz mehrere Verfahren gegen Birnbacher u. Martinz einstellt, und sich auf Gutachten stützt, (das muss man sich vorstellen) das von den Verdächtigen gekauft (das OLG Graz weigerte sich ein unabhängiges Gutachten zu bestellen) wurden, muss sich keiner mehr wundern, dass diese Typen machen können, was sie wollen!!

der Herrenbauer und Spezialist für den Mischwald in Oberkärnten denkt nicht daran zurückzutreten, vielmehr hat er Juristen beauftragt, postings gegen ihn zu durchleuchten, ob sie beleidigend wären oder nicht, um dann zu klagen......es ist nicht nur die Rolle der Justiz, z.b. beim Birnbacher Prozess zu hinterfragen ( 2-malige Einstellungen mittels Privatgutachten eines Angeklagten)..sondern auch der Versuch die Meinungsfreiheit über postings zu sanktionieren.....erinnert mich an andere Zeiten......

Freistaat? Toll gemachter Artikel. Was aber hat das Verhalten von Einzelpersonen mit einem Freistaat zu tun.

Wie kommt News eigentlich auf die Idee, damit anzudeuten, alle Kärtner wären kriminell veranlagt?

In einer jeden Gesellschaft gibt es Menschen die im Sinne der Gesetze leben und Andere die sich nicht daran halten.

Warum es aber gerade in Österreich und das nicht nur in Kärnten, die Menschen nach oben schwappt, die kriminell veranlagt sind, das würde mich auch einmal interessieren.

Euer

Pastor Hans-Georg Peitl
Bundesobmann der
Patriotischen Christen Österreichs (PCÖ)
http://jachwe.wordpress.com
http://www.facebook.com/OrdensrepublikOsterrichi

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