Die Formel-1-Saison 2012 bleibt spannend - sieben Rennen mit sieben verschiedenen Siegern: Lewis Hamilton wurde in Kanada exakt fünf Jahre nach seinem allerersten GP-Sieg ebendort zum neuen Saisonsieger. Durch den Ausbau dieses Rekordes und seinen 18. GP-Erfolg übernahm der englische McLaren-Fahrer mit 88 Punkten auch wieder die WM-Führung.
Das Aufregende am Ergebnis in Montreal war, dass Sieger Hamilton mit einer anderen Strategie (2 Stopps) fuhr als der zweitplatzierte Franzose Romain Grosjean im Lotus sowie der Mexikaner Sergio Perez (jeweils 1 Stopp), der im Sauber vom 15. Startplatz sensationell auf Rang drei fuhr. Gleichzeitig war bei den anfänglichen Renndominatoren Vettel (4.) und Alonso (5.) die Einstopp-Strategie aber nicht aufgegangen.
Bei deutlich höheren Temperaturen als Freitag und Samstag bauten am Renntag die Reifen am Ferrari und Red Bull so stark ab, dass Alonso im Finish auf Rang fünf durchgereicht wurde und der von der Pole gestartete und lange führende Vettel sich nur durch einen spontanen zweiten Wechsel noch auf Platz vier zurückkämpfte.
Interessante WM-Saison
Damit brachte Kanada 2012 mit Hamilton (27), Grosjean (26) und Perez (22) ein "junges" Podium, was die aktuelle Frischzellenkur in der 63. WM-Saison nur noch interessanter macht. Der Genfer Grosjean, vor zwei Wochen in Monaco für seine Startkollision noch kritisiert, glänzte wie noch nie und stellte seinen routinierten Lotus-Teamkollegen Kimi Räikkönen (8.) in den Schatten. Perez sorgte für seinen zweiten Saison-Podestplatz und dort, wo Sauber (BMW) vor vier Jahren den ersten und bisher einzigen GP-Sieg gefeiert hatte, im 333. GP-Rennen der Schweizer wieder für ein Highlight.
Insgesamt könnte die Saison so spannend werden wie zuletzt 1982, als es in 16 Rennen elf verschiedene Sieger gab. Dass es am Ende einen Weltmeister mit nur einem Sieg geben könnte, glaubt aber auch Vettel nicht.