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Ägypten nahm nach Untergang von Boot vier Männer fest

Bei Katastrophe am Mittwoch starben 42 Menschen - Weiter Suche nach Verunglückten

Nach dem Untergang eines Flüchtlingsbootes vor der ägyptischen Mittelmeerküste haben Ermittler vier Besatzungsmitglieder festgenommen. Bei der Katastrophe starben am Mittwoch mindestens 42 Menschen. Wie das Staatsfernsehen am Donnerstag berichtete, wurden zudem 163 Menschen nach dem Kentern des Schiffes gerettet. Die meisten von ihnen waren Ägypter. Es werde aber weiter nach Verunglückten gesucht.

Über die Zahl der Passagiere auf dem Boot gab es widersprüchliche Angaben. Die staatliche Nachrichtenagentur Mena berichtete von etwa 600. Andere Medien sprachen von 300 bis 400 Menschen an Bord. Informationen zum Schicksal der übrigen Passagiere gab es zunächst nicht.

Bei der Fahrt über das Mittelmeer Richtung Europa sterben immer wieder Flüchtlinge, weil die Boote überfüllt und schrottreif sind. Die meisten Migranten, überwiegend Afrikaner, starten die Überfahrt vom Bürgerkriegsland Libyen aus.

Doch Ägypten entwickelt sich nach Angaben der europäischen Grenzschutzagentur Frontex zu einem immer wichtigeren Startpunkt für Schlepperboote nach Europa. Die Odyssee von dort sei besonders gefährlich und dauere oft länger als zehn Tage.

In diesem Jahr kamen der internationalen Organisation für Migration zufolge bereits mehr als 300.000 Bootsflüchtlinge in Italien oder Griechenland an. Mehr als 3.000 seien auf der sogenannten mittleren und östlichen Mittelmeerroute ums Leben gekommen.

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