Flaue Stimmung auf Märkten: Absatz der Hendl-Bauern schon deutlich geschrumpft

Verunsicherung bei Konsumenten & Frust bei Bauern

"Hört's auf zum Schreiben, da graust's den Leuten ja nur noch mehr." Die wenigen Hendl-Bauern, die ihre Produkte auf dem Grazer Kaiser-Josef-Platz anbieten, sind nicht sehr auskunftsfreudig. Die Stimmung ist trüb, die Sorge über die Auswirkungen der Vogelgrippe bei Wildvögeln und ihre Auswirkungen auf das Konsumentenverhalten überwiegt. Klarerweise gebe es Einbußen, weil die Leute verunsichert seien, ist zu verfahren. Auch am Lendplatz, dem zweiten Wochenmarkt in Graz, ist die Situation ähnlich.

"Wir haben Einbußen von 80 bis 90 Prozent beim Hendlfleisch", berichtet eine Standlerin am Lendplatz, die Sulmtaler Hendln anbietet. "Gestern habe ich ein einziges Hendl und ein Kilo Hendlfleisch verkauft, sonst sind es drei Steigen voll." Neben den finanziellen Einbußen habe man auch noch mit dem Misstrauen der Kunden zu kämpfen. Öfters höre sie Sätze wie "Was wollt's ihr mit euren verpesteten Hendln?". Für die Verkäuferin sind solche Reaktionen unverständlich: "Wir verkaufen ja keine Schwäne." Selbst ist sie von der Qualität ihres Fleisches überzeugt und isst weiterhin ohne Bedenken die von ihr angebotenen Produkte. Neben der flauen Nachfrage bei Hühnerfleisch sei auch der Verkauf beim Putenfleisch rückgängig. Der Bedarf an Eiern sei bei den Kunden aber ungebrochen, so die Frau.

Die Einschätzung der Marktlage ist durchaus unterschiedlich: Während manche Standler behaupten, 50 Prozent weniger Eier zu verkaufen, können andere nicht über Rückgänge klagen. "Bis vor Ostern ist überhaupt eine schwache Zeit", relativiert eine Bio-Bäuerin aus Eggersdorf bei Graz, die nur am Wochenende den Grazer Lendplatz beschickt: "Ich bin gespannt, wie es am Samstag ausschaut." Es zeichne sich aber ab, dass "das Geschäft schon ein bisserl nachlässt". (apa/red)