Finanzkrise in Spanien von

Spanien braucht 40 Mrd. Euro

IWF: Auch höhere Beträge möglich, um Banken wieder krisenfest zu machen

Finanzkrise in Spanien - Spanien braucht 40 Mrd. Euro © Bild: Getty Images/AFP/FAGET

Rund 40 Milliarden Euro verschlingen die spanischen Banken nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds. Dies sei das Ergebnis eines Stresstests bei den Finanzinstituten des Landes, teilte der IWF mit. Eine IWF-Verantwortliche verwies zugleich darauf, dass der Wert nur die untere Grenze des Finanzbedarfs darstelle und höhere Zahlungen nötig sein könnten. Die spanische Regierung soll angesichts der Finanzkrise laut EU-Kreisen noch am Wochenende Finanzhilfen aus dem europäischen Rettungsfonds EFSF beantragen. Das wies Madrid jedoch vorerst zurück.

Berichte zu möglichen Verhandlungen über europäische Hilfen sind am Freitag unter Verweis auf die laufende IWF-Untersuchung dementiert worden.

Der Stresstest sei "ein guter Indikator", so die IWF-Sprecherin. Häufig sei aber das 1,5- bis Zweifache des errechneten Finanzbedarfs notwendig, um Geldhäuser wieder krisenfest zu machen.

Milliardenbeträge können Zusammenbruch verhindern
Spanien stütze den unter einer geplatzten Immobilien- und Kreditblase leidenden Bankensektor des Landes mit Milliardenbeträgen, um einen Zusammenbruch zu verhindern. Bisher wollte Madrid keine mit zahlreichen Auflagen verbundenen Darlehen aus dem EFSF beantragen, sondern die Krise allein in den Griff bekommen. Wegen seiner schwächelnden Wirtschaft gilt Spanien jedoch seit einiger Zeit als Kandidat für Finanzhilfen.

Der Stresstest habe nicht zur Absicht gehabt, eine definitive Größe des Kapitalbedarfs zu ermitteln, sondern vor allem Schwächen im Finanzsektor festzustellen. Demnach sei das System im Kern gewappnet gegen eine weitere Verschlechterung der spanischen Konjunktur, aber manche Segmente und bestimmte Banken seien anfällig, heißt es in dem Report. Deshalb werde der zusätzliche Kapitalpuffer benötigt, um die von Notenbankern ausgearbeiteten schärferen Eigenkapitalregeln ("Basel III") einhalten zu können.

Moody's will wieder in Österreich wüten
Indes warnte die US-Ratingagentur Moody's vor einer Herabstufung der Staaten mit der Bestnote "AAA" einschließlich Österreich und Deutschland. Sollte Griechenland den Euroraum verlassen, bedeute das eine Bedrohung für die Zukunft der Währung, teilte Moody's am Freitag mit.