Das Ethikkomitee des Fußball-Weltverbandes (FIFA) hat Mohamed bin Hammam für maximal 90 Tage gesperrt. Die Sanktion sei eine "provisorische Maßnahme", wie es in einer FIFA-Aussendung hieß. In den kommenden Wochen würden weitere Ermittlungen durchgeführt werden, um das Fehlverhalten des Katari zu beweisen.
Erst vor einer Woche hatte der Internationale Sportgerichtshof (CAS) die zuvor von der FIFA ausgesprochene lebenslange Sperre gegen Bin Hammam aus Mangel an Beweisen aufgehoben. Dem früheren Chef des asiatischen Kontinental-Verbandes (AFC) wird vorgeworfen, er habe vor rund einem Jahr versucht, Stimmen für seine Wahl zum FIFA-Präsidenten zu kaufen.
"Es herrscht Frieden in der FIFA"
FIFA-Präsident Joseph Blatter zeigt sich trotz der anhaltenden Kritik wegen der Schmiergeldaffäre im Fußball-Weltverband weiter unbeeindruckt. "Es herrscht Frieden in der FIFA, also lassen Sie uns den Reformprozess zu Ende bringen", sagte der 76-jährige Schweizer am Rande der Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in London. Blatter ersuchte zudem darum, die neue Ethikkommission ihre Arbeit machen zu lassen.
Die Frage, ob auch angebliche Unregelmäßigkeiten bei seiner Wahl zum FIFA-Präsidenten im Jahre 1998 untersucht würden, wollte Blatter nicht direkt beantworten: "Dazu gebe ich keinen Kommentar ab." Um herauszufinden, ob etwas nicht gestimmt habe, sei die Kommission da. Dieser müssten alle notwendigen Mittel zur Verfügung gestellt werden, damit sie ihre Aufgabe erfüllen könne. "Es ist ein Reformprozess, und wir machen Fortschritte", fügte er hinzu.
Dem FIFA-Boss wird unter anderem vorgeworfen, Kenntnis von der Schmiergeldaffäre um die inzwischen insolvente Schweizer Marketingfirma ISMM/ISL gehabt zu haben. Blatter weist das zurück. In den veröffentlichten Dokumenten zu dieser Causa wurden Zahlungen in Millionenhöhe an den früheren FIFA-Chef Joao Havelange und dessen Landsmann Ricardo Teixeira bestätigt.
