Fiat 500 von

Mein Alter, der Neue und ich

Kati Bellowitsch testet die Legende und das aktuelle Top-Modell

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    Probesitzen im durch und durch gestylten Gucci-Sondermodell: „Fährt gut, ist toll ausgestattet – aber leider zu tussihaft.“

Als er die damals noch karge Autolandschaft mit seiner Ankunft beglückte, war sie noch gar nicht auf der Welt. Bei ihrer Geburt, viele Jahre später, hatte er seine beste Zeit als Volksmotorisierer der Italiener schon fast hinter sich. Trotz des gewaltigen Altersunterschieds liebt Ö3-Stimme Kati Bellowitsch den kleinen Südländer heiß und innig. Und, impulsiv wie sie nun einmal ist, sagt sie: „Den geb ich nicht mehr her!“

Natürlich ist das Objekt von Bellowitschs Begierde kein abgetakelter Papagallo, sondern ein Stück Blech von der Art, für die gestandene Sammler eine ganze Stange Geld flüssigmachen. Für Exemplare, die so gut beisammen sind wie Katis Liebling, legen Enthusiasten locker 8.000 Euro aufwärts auf den Tisch. Also was hat eine attraktive und engagierte Medienfrau mit einem Fiat 500, Baujahr 1967, am Hut? Oldtimer-Freaks sehen doch anders aus.

Nicht ohne ihren Sohn.
Bellowitsch ist schon von Berufs wegen nie um überraschende Statements verlegen, und auch hier kommt ihre Antwort wie aus einer Magnum geschossen: „Weil ich mir eigentlich wieder ein Motorrad kaufen wollte.“ Sprach’s, streicht ihrem „Baby-Auto“, wie sie ihren Fiat-Oldie liebevoll nennt, über das kleine Faltdach und lächelt vielsagend.

Aha, und darum kauft man sich das Italo- Kultauto der Fifties und Sixties? „Nein“, sagt Bello, „sondern meinem Sohn Laurens zuliebe. Den hätte ich weder auf einem Bike noch auf einem alten Traktor, das war mein zweiter Favorit, mitnehmen können. Weil man dort keinen Kindersitz montieren kann. Ich wollte was Lustiges, Offenes. Also hab ich mich für einen alten Fiat 500 entschieden, bin ein bisschen durchs Internet gesurft, und jetzt steht er da.“ Und, das müssen wir zugeben, er steht nicht schlecht da: Karosserie in Topform, kein Rost, und sogar Sicherheitsgurte sind montiert. Aber, Kati, warum ist es ein Fiat und kein Puch 500 geworden? „Weil mein Mechaniker eben einen Fiat importiert hat. Ich als Steirerin hätte natürlich genauso gern einen Puch genommen. Aber jetzt hab ich mich eben in die 18 PS des kleinen Italieners verliebt.“

Handtasche auf vier Rädern.
Doch nun zum Neuen: Die heißeste Versuchung, seit es den modernen Cinquecento gibt, biegt in Form des Sondermodells „Fiat 500C by Gucci“ ums Eck und erweckt sofort die Aufmerksamkeit der vielbeschäftigten Moderatorin. Kein Wunder, vor allem die Handtaschen des Italo-Kultlabels stehen bei Bellowitsch hoch im Kurs. Das von Gucci-Kreativdirektorin Frida Giannini aufgebrezelte Cabrio ist außen schwarz, innen schwarz-weiß gehalten und spart nicht mit den Gucci-Insignien, die überall am Flitzer prominent angebracht sind. Und das Stoffverdeck trägt den typischen grün-rot-grünen Streifen. „Ich hab ein paar Taschen in diesem Design“, sagt Bellowitsch und checkt das modebewusste Sondermodell auf Herz und Streifen: „Auch wenn er nur den schwächsten Motor mit 69 PS hat, geht er im Vergleich zu meinem wie die Sau und liegt toll in der Kurve. In meinem 5ooer gehst du mit Respekt in die Kurve, und bei Tempo 85 musst das Dach zumachen, sonst hebst ab.“

Die Fahrprüfung hat der Gucci-Fiat – no na – klar für sich entschieden und auch die Frischluftwertung: „Das Verdeck öffnet elektrisch.“ Aber auch das Herz der quirligen Ö3-Lady?

Den vorgeschlagenen Fahrzeugtausch schmettert sie, kalt wie ihr Lieblings-Cremissimo-Eis, ab: „Sicher nicht! So mancher Modefreak mag das Gucci-Branding prickelnd finden. Sorry, ich nicht. Mein Cinquecento ist ein bissl erdiger, und du musst beim Fahren auch richtig arbeiten. Er ist, weil er so klein ist, vielleicht ein Puppenküchenauto – aber sicher kein abgefahrenes Modepüppchen wie das Gucci-Modell.“