Die Inder finden immer wieder Gründe, zu feiern. Ob bei der irren Farbschlacht, dem San Fermin Festes in Pamplona erinnert. Zwischen Juli und August ehren die Hindus ein Tier, das bei uns eher spitze Schreie oder Grausen als heilige Gefühle hervorruft: die Schlange. Und baden das Reptil zu diesem Anlass u.a. in Milch.
In Gegenden wie dem indischen Bhopal, wo der Glaube an Geister und Magie noch besteht, spricht man Schlangen magische Fähigkeiten zu. Hindus glauben, Gott Vishnu ruhte während der Neuschöpfung des Universums im Körper der Schlange "Ananta", was übersetzt "Ewigkeit" bedeutet. Außerdem sagt man Schlangen die Macht über den Monsunregen nach und dass sie das Böse aus den Häusern fernhalten.
Wie Götter verehrt und gefürchtet
Beim Festival Nag (Schlange) Panchami (der 5. Tag des Monats nach dem Hindu-Kalender), das jährlich im Juli und August gefeiert wird, stehen die Tiere im Mittelpunkt. Schlangen werden in Indien wie Götter verehrt und zugleich gefürchtet. Die Menschen reichen ihr Milch, in dem Irrglauben, die Tiere mögen das Kuhprodukt, und baden lebendige sowie deren Abbildungen darin.
Kasse der Schlangenbeschwörer klingelt
Den Schlangenbeschwörern kommt das Fest gerade recht: Zu Nag Panchami fließt das Geld. Man sagt den so genannten Tier-Hypnotiseuren magische Fähigkeiten zu. Mit Magie hat das Ritual jedoch wenig zu tun: Wenn der Deckel ihres Korbs geöffnet wird, irritiert die Schlange erstmal das Licht, der Beschwörer stellt für die Schlange den Fressfeind dar, und die vom Körperbau ihr ähnelnde Flöte einen balzenden Artgenossen. Das Tier ist überreizt, geistig überfordert und führt ein tanzähnliches Abwehrverhalten auf, das den Anschein erweckt, das Tier sei unter dem Bann des "Beschwörers". Die Musik können die Tier übrigens gar nicht hören, sie sind nämlich taub.
