FC Chelsea von

Lampard: "Das war unglaublich"

Trainer, Spieler und Medien überschlagen sich nach der Halbfinalsensation

FC Chelsea - Lampard: "Das war unglaublich" © Bild: GEPA/AMA/Ashton

0:2-Rückstand, ein Mann weniger am Feld - trotzdem hat der FC Chelsea den vermeintlich übermächtigen FC Bayern München.

In England feierte man die Abwehrschlacht der nach dem Ausschluss von Kapitän John Terry dezimierten Londoner - und den interimistisch im Trainersessel sitzenden Roberto di Matteo. Dieser hat nun beste Aussichten, Chelsea auch nach Saisonende weiter zu betreuen. "Can Nou believe it?", titelte das Boulevardblatt "The Sun". Der "Mirror" wollte das Erreichte erst gar nicht begreifen: "Das hätte einfach nicht passieren dürfen."

Der Brasilianer Ramires brachte Chelsea mit dem Anschlusstreffer aus dem Nichts in der Nachspielzeit der ersten Spielhälfte wieder ins Rennen. Der Madrilene Fernando Torres zerstörte in der Nachspielzeit der zweiten dann endgültig die Hoffnungen des FC Barcelona. Dazwischen stand eine Spielhälfte lang eine extreme Mauertaktik. Chelsea verteidigte praktisch mit neun Mann am Strafraum, nur der unermüdliche Didier Drogba und der für diesen eingewechselte Torres sorgten für gelegentliche Entlastung.

Di Matteo überglücklich
"Wir hatten heute alle Probleme, auf die man bei einem Fußballspiel stoßen kann. Dass wir uns gegen Barcelona trotzdem durchgesetzt haben, ist unglaublich", sagte Di Matteo nach der Partie. Der Italiener hatte beim aktuellen Tabellensechsten der Premier League Anfang März Andre Villas-Boas beerbt und die "Blues" mit Siegen im Achtelfinale gegen Napoli (4:1 n.V.) und im Viertelfinale gegen Benfica Lissabon (1:0, 2:1) ins Halbfinale der Königsklasse geführt.

Mit der Eliminierung von Barcelona schaffte der Ex-Profi der Londoner aber sein Meisterstück. Dass seiner Mannschaft dabei auch die Glücksgöttin Fortuna zur Seite stand, wollte der 41-Jährige gar nicht abstreiten. "Wir hatten auch ein wenig Glück, aber das braucht man eben, um diesen Titel zu holen", sagte Notnagel Di Matteo, der Clubbesitzer Roman Abramowitsch nun endlich den erstmaligen Titelgewinn in der Champions League bescheren könnte.

Personelle Katastrophe bei Chelsea
Um in München zu bestehen, wird jedoch erneut eine Extraleistung vonnöten sein. Die Zeichen dafür stehen zumindest personell ungünstig, fehlen Chelsea im Endspiel mit Terry, Ramires, Branislav Ivanovic und Raul Meireles doch vier Stammkräfte. Vor allem die Rote Karte für Terry (37.) war für einen Profi seiner Klasse an Dummheit kaum zu überbieten. Englands Teamverteidiger nahm das Blackout auch voll auf seine Kappe. "Ich hätte das nicht tun sollen", sagte Terry nach seinem Kick gegen Alexis Sanchez.

Von seinen Teamkollegen sowie Trainer Di Matteo ("Jeder macht einmal einen Fehler") gab es für Terry nach dem Finaleinzug natürlich keine Schelte. Zu groß war die Freund über das Erreichte. Dass der destruktive dabei über den attraktiven Fußball gesiegt hatte, machte für Chelseas Spieler natürlich keinen Unterschied. "Ich weiß, dass die Leute schönen Fußball sehen wollen. Aber 50 Minuten mit zehn Mann zu spielen und nach einem 0:2 noch zurückzukommen - das war unglaublich", meinte Mittelfeldmann Frank Lampard.

Real Madrid oder Bayern München?
Der Finalgegner wird heute Abend (20.45 Uhr, LIVE im NEWS.AT-Ticker) zwischen Real Madrid und dem FC Bayern München mit dem Österreicher David Alaba ermittelt. Die Deutschen gehen mit einem 2:1-Vorsprung in das Auswärtsspiel.

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