FC Bayern von

Zum Erfolg verdammt

Matthias Sammer will als neuer Sportdirektor gleich voll loslegen. Das muss er auch.

FC Bayern - Zum Erfolg verdammt © Bild: Reuters/Rehle

Dieser Mann bringt den Erfolg. Bei der Präsentation von FC Bayern waren sich die Herren auf dem Podium einig. Jetzt wird gewonnen. Und davon war der Hauptdarsteller der Pressekonferenz selbst am meisten überzeugt. Der 44-Jährige soll den deutschen Rekordmeister nach einer Saison der Fast-aber-doch-knapp-nicht-Erfolge wieder dort hinbringen, wo er laut Selbstverständnis der Münchner immer hingehört. An die Spitze. Und zwar sofort.

Flankiert von den beiden starken Männern des Vereins, Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge, streute der bisherige Sportdirektor des Deutschen Fußballbundes den Bayern Rosen: „Wenn der FC Bayern ruft, ist das etwas Besonderes. Mit der „nötigen Bescheidenheit, auch demütig“ werde er seine neue Aufgabe in München angehen, aber auch „selbstbewusst genug“, um die „wichtigen und großen Aufgaben“, die den FCB in der bevorstehenden Spielzeit erwarten, zu bewältigen.

Hoeneß zeigt sich "sehr, sehr glücklich"
Für Hoeneß war Sammer der absolute Wunschkandidat. „Wir haben den Weg von Matthias Sammer seit langer Zeit beobachtet“, erklärte Hoeneß, der „in vielen kontroversen Gesprächen“ mit dem gebürtigen Dresdner gemerkt habe, „welche Kompetenz in seinen Aussagen steckt“. In seiner Tätigkeit als DFB-Sportdirektor habe Sammer viele „überragende Erfolge des deutschen Nachwuchsfußballs“ eingefahren, „all das hat uns immer imponiert. Wir wollen ein Zeichen setzen, auch in diesem Bereich neue Wege gehen. Ich bin sehr, sehr glücklich, dass diese Entscheidung für uns gefallen ist“, so Hoeneß weiter. Die so erfolgsverwöhnten Bayern warten seit zwei Jahren auf einen Titel.

"Wollen, müssen und werden erfolgreich sein"
Zuerst muss sich Sammer allerdings in der Hackordnung der Bayern seinen Platz erkämpfen. Sein Vorgänger Christian Nerlinger scheiterte vor allem an seinem mangelnden Standing im Schatten der Überfigur Hoeneß. Sammer scheint von seiner Vita her aus einem anderen Holz geschnitzt als sein gefeuerter Vorgänger. Da könnte es bei Reibereien so richtig qualmen. So etwas kann befruchtend wirken oder auch wieder zu einem "FC Hollywood" führen. Doch nur große Erfolge in Form von Titeln werden dem 44-Jährigen langfristig sein Amt sichern. Da gibt es auch keine Eingewöhnungsphase, wie Sammer selbst weiß: „Wir wollen, müssen und werden sofort erfolgreich sein. Wir haben bei unserer ersten Mannschaft überhaupt keine Zeit.“

Durch seine Erfahrungen im Nachwuchsbereich des DFB soll Sammer nun auch bei den Jugendkadern für Qualitätsgewinne sorgen. Doch die Kampfmannschaft geht vor. Deshalb hat der Europameister von 1996 die Aufgabe, alles und jeden zu hinterfragen: „Wir müssen bei dem Anspruchsdenken des Klubs neue Wege, neue Ziele definieren.“ Nach drei zweiten Plätzen in der Vorsaison dürfen nun „alles Selbstmitleid und alle persönlichen Eitelkeiten keine Rolle mehr spielen“.

Weltfußball