Fanclub, Liebesbriefe, Heiratsanträge: Wie der Saliera-Dieb Robert Mang zum Idol wurde

Anwalt: 'Bekommt im Gefängnis viele Frauenbesuche' NEWS: Story seines Coups soll jetzt verfilmt werden

Fanclub, Liebesbriefe, Heiratsanträge: Wie der Saliera-Dieb Robert Mang zum Idol wurde

Ein Bild von einem Mann zierte vergangene Woche die Titelseiten der heimischen Zeitungen. Mandelbraune Augen, ein verschmitztes Lächeln – das Covermodel hat, eher unfreiwillig, willige Singledamen in helle Aufregung versetzt. Im Internet existiert bereits ein Fanclub, für eine Tageszeitung entblößten sich gar allein stehende Verehrerinnen. Der Mann, dem die Frauen vertrauen wollen, hat zuvor zwei Jahre, acht Monate und neun Tage die heimische Exekutive auf Trab gehalten. Robert Mang alias "Kookie" hat das 50-Millionen-Salzfass Saliera aus dem Kunsthistorischen Museum entführt, versucht, zehn Millionen Euro zu erpressen, und sitzt dafür derzeit in Untersuchungshaft, wo er sich die Zelle mit sechs anderen teilt.

Ihm drohen nun bis zu zehn Jahre Haft. Doch das Verbrechen, das laut Mang ein "Spaß" war, steigert nur seine Attraktivität. Der gepflegte 50-Jährige passt einfach nicht in die Klischeevorstellungen eines gemeinen Knackis. Das Szenario des Hollywoodstreifens „Catch Me If You Can“, wo Leonardo DiCaprio als sympathischer Betrüger durch Amerika zieht, entspricht da schon mehr: Ein Straftäter wird zum Liebling der Massen, zum Medienstar und Sexsymbol.

Verfilmung geplant
"Er ist der Typ Gentleman- Lover, gehört der A-Schicht an – und noch dazu hat er den Staat genarrt. Klar, dass er die Sympathien auf seiner Seite hat", urteilt Filmproduzent und Exschulkollege Wolfgang Ramml. Der Boss von "Filmhaus Wien" will den Stoff auf die Leinwand bannen. "Es gibt bereits erste Verhandlungen. Ich habe um einen Besuchstermin angefragt." Ramml, der bereits Kinofilme wie "Before Sunrise" (mit Ethan Hawke) produzierte, will nun in Deutschland das Geld dafür auftreiben. "Ich denke an einen Fernsehfilm".

Mang als Gast in Szene-Lokalen
"Er war sehr witzig, hatte schon immer etwas Besonderes an sich. Ich dachte, er würde einmal Schauspieler werden.", erinnert
sich Modelagentur-Chefin Andrea Weidler an Mang, die ihn als 15-Jährigen kennen lernte. "Ich bin total geschockt, dass es wirklich der kleine Bobby ist! Er ist doch kein Bösewicht!" Vielmehr war er in den frühen 80ern ein gern gesehener Gast in Szene-Treffs wie "Monte", "Schoko" oder dem "Motto". Auch Stardesigner Helmut Lang gehörte zur Clique, ebenso wie Loos-Bar- Chefin Marianne Kohn. "Er hatte Haare wie Jimi Hendrix. Ansonsten war er aber brav. Er nahm keine Drogen, sondern hatte eher Angst davor.", erinnert sie sich.

Plötzlicher Tod des Vaters verändert Leben
Mit dem nächtlichen Treiben war es vorbei, als sein Vater starb und er die gerade gegründete Sicherheitsfirma übernehmen musste. Ramml: "Er hat sich dann aus dem Nachtleben zurückgezogen und ist ein Geschäftsmann und Vater geworden. Er hat seine Freizeit mit den Kindern und in seinem Haus in Niederösterreich verbracht, das er ganz alleine renovierte."

Mang, der Womanizer
Kumpel Wolfgang Ramml wittert bei Mang auch in Liebesdingen Abenteuerlust: "Robert ist, wie ich, ein klassischer Berufsjugendlicher. Er hat sich das Kind im Manne bewahrt – was seine Tat nun beweist. Und auch die Tatsache, dass er zwei Kinder von verschiedenen Frauen hat." Selbst die Gefängnismauern können seine Verehrerinnen nicht abhalten. Anwalt Albrecht: "Er bekommt viele Frauenbesuche."

Kein Verständnis vom Staatswanwalt
Hofrat Erich Kloyber, Sprecher der Staatsanwaltschaft Wien, hat kein Verständnis dafür, dass Mang von Medien und Polizei als Gentleman-Einbrecher dargestellt wird: "Der Mann hat Taten begangen, die nach dem Strafgesetzbuch schwer zu bestrafen sind." In wenigen Wochen hat Untersuchungsrichterin Helene Gnida die Voruntersuchung beendet. Die Anklage wird von Susanne Waidecker, einer der strengsten Staatsanwältinnen des Grauen Hauses, vertreten. Verhandlung: Sommer ’06.

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