Fall Erich Rebasso von

Noch kein Lösegeld gefordert

Polizei sucht nach wie vor nach Autolenker - Spur führt eindeutig nach Russland

  • Bild 1 von 7 © Bild: APA/Pfarrhofer/Polizei

    Der entführte Anwalt Erich Rebasso ist tot. Seine Leiche wurde in einem Waldstück in Niederösterreich entdeckt.

Im Fall des entführten Wiener Anwalts Erich Rebasso (48) führt die Spur nach Russland. Die Hinweise dafür, dass russische Kriminelle hinter der Tat stehen könnten, verdichten sich laut Polizei immer mehr. Nur langsam fügt sich die kriminalistische Kleinstarbeit aus Spurensicherung und Auswertung zu einem Bild. Dennoch bleiben die wichtigsten Fragen offen: "Wo ist das Opfer?" und "Wer sind die Täter?" Auch eine Lösegeld-Forderung sei noch nicht eingegangen, so die Polizei.

Eine Videokamera in der Tiefgarage am Georg-Coch-Platz in der Wiener Innenstadt, unweit des Büros des Vermissten, zeigt die letzten Bilder des Mannes vor seinem Verschwinden: Rebasso geht zu seinem Auto, einem Mercedes 300 GD. Aus der Garage fährt jedoch ein Unbekannter. Die aufgezeichneten Bilder sind von schlechter Qualität, sagte Polizeisprecher Roman Hahslinger. Die Ermittler arbeiten daran, sie zu verbessern.

Der vier Tage nach der Entführung auf einem Parkplatz in Wien-Simmering gefundene Mercedes wurde mittlerweile wieder an Rebassos Familie ausgehändigt. Mit Auskünften zu den darin gefunden Blutspuren und Gegenständen halten sich die Ermittler bedeckt. "Das sind Beweismittel", sagte Hahslinger. Fakt ist, dass zahlreiche Spuren gesichert wurden, ein Täter konnte noch nicht ausgeforscht werden.

Keine hilfreichen Hinweise
Bisher seien bei der Polizei nur wenige Hinweise zum Fahrzeug oder anderen verdächtigen Wahrnehmungen eingegangen. Wirklich hilfreich war laut Polizei keiner. Am Parkplatz des Einkaufszentrums gebe es zwar Videokameras, an der Stelle, wo der Wagen stand, seien diese aber nicht einsichtig, hieß es.

Vor einigen Jahren wurde der Name des Anwalts in einem Fall von Anlagebetrug in Russland verwickelt. Dabei wurden 25 bis 30 Privatanleger um je 50.000 bis 60.000 Euro geprellt. Rebasso ging damals zur Polizei und gab an, dass in der Betrugssache sein Name missbräuchlich verwendet worden ist und er selbst nicht beteiligt war. Dazu hatte der Anwalt damals in Österreich sogar Selbstanzeige erstattet.

Das Verfahren gegen ihn wurde später von der österreichischen Justiz eingestellt. Dennoch langten vonseiten der Betrogenen schriftliche Drohungen in der Anwaltskanzlei Rebassos ein. Dieser Umstand und die Tatsache, dass zu Rebassos Klientel eine Vielzahl von russischen Staatsbürgern gehört, legt den Verdacht nahe, dass ein Zusammenhang besteht.

Noch keine Lösegeldforderung eingelangt
Das Landeskriminalamt Wien, Gruppe Hoffmann, arbeitet mit dem Bundeskriminalamt und den russischen Polizeibehörden zusammen. Forderungen der Entführer wurden bis dato nicht gestellt.

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