Ermittlungen von

Pflegeheim in NÖ:
Patienten gequält?

Vier Mitarbeiter fristlos entlassen - die Staatsanwaltschaft ermittelt

Pflegeheim in NÖ © Bild: APA/ROLAND SCHLAGER

In einem privaten Pflegeheim in Niederösterreich sollen wehrlose Patienten gequält worden sein. Laut der "ZiB2" vom Dienstag wurden vier Pflegekräfte fristlos entlassen, die Polizei eingeschaltet sowie Pflegeaufsicht, Patientenanwaltschaft und auch Angehörige der Betreuten in Kenntnis gesetzt.

Die Staatsanwaltschaft St. Pölten hat "gegen mehrere ehemalige Pflegekräfte" ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Es gehe um den Verdacht des Quälens oder Vernachlässigens wehrloser Personen, sagte Behördensprecherin Michaela Obenaus am Mittwoch.

Dem ORF-Bericht zufolge war der Verdacht am vergangenen Freitag bekanntgeworden und habe sich am Montag erhärtet, worauf Anzeige erstattet wurde. Vier Beschäftigte sollen demnach pflegebedürftige Menschen beschimpft und grausam behandelt haben. Unter anderem sei einer Frau mit den begleitenden Worten, dass sie stinke, Haarspray ins Gesicht gesprüht worden, auch Kot soll in einen Mund gestopft worden sein.

Der Geschäftsführer der Einrichtung zeigte sich in der "ZiB2" über die Vorfälle entsetzt. Er versicherte, dass alles aufgearbeitet werde.

Betreiber zeigen sich schockiert

Man sei über den Vorfall "schockiert", sagte Christin Zwittnig, Sprecher des Pflegeheimes im Bezirk St. Pölten, am Mittwoch. Es gehe nun auch darum, das Vertrauen der Bewohner der Einrichtung und deren Angehörigen aufrecht zu erhalten. In dem Heim seien insgesamt 90 Personen in der Pflege tätig. Vier seien entlassen worden, bestätigte der Sprecher.

Laut Zwittnig hatte eine Kollegin am vergangenen Freitagabend gegenüber einer Vorgesetzten Verdachtsmomente hinsichtlich Fehlverhaltens geäußert. Zwei Mitarbeiter seien daraufhin zunächst vom Dienst freigestellt worden. Weil sich der Verdacht am Wochenende "leider" erhärtet habe, seien am Montag vier Personen entlassen worden. Es gebe "triftige Gründe", betonte der Sprecher.

Ebenfalls noch am Montag sei Anzeige erstattet worden. Zudem seien Angehörige informiert worden, sagte Zwittnig zu dem Fall, mit dem man "transparent umgehen" wolle. In dem seit mehr als 100 Jahren bestehenden Heim gibt es dem Sprecher zufolge 114 Betten.

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