Das erste Quartal als börsennotiertes Unternehmen endet für Facebook mit einem Verlust. Unterm Strich verlor das Soziale Netzwerk 157 Millionen Dollar (128 Mio. Euro), wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Ohne ein Steuergeschenk wäre das Minus sogar noch größer ausgefallen. Im Vorjahreszeitraum hatte Facebook noch 240 Millionen Dollar verdient.
Vor allem die Entlohnung der Mitarbeiter durch Aktien und dafür fällige Steuern riss im zweiten Quartal ein dickes Loch in die Bilanz. Neben dem teuren Börsengang macht sich vor allem bemerkbar, dass Facebook in Produkte, Technik und Marketing investiert, um neue Nutzer zu gewinnen. Mit Erfolg: Ende Juni hatte Facebook 955 Millionen monatliche Nutzer nach 901 Millionen Ende März und 845 Millionen Ende Dezember. Sorgen um einen Nutzerschwund lösten sich damit in Luft auf.
Dickes Umsatzplus
Auch die Werbeeinnahmen stiegen. Insgesamt kam Facebook auf einen Umsatz von 1,2 Milliarden Dollar und damit 32 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Die seit dem Börsengang im Mai stark unter Druck stehende Aktie schwankte nachbörslich stark und fiel zuletzt auf ein neues Allzeittief von rund 23,3 Dollar. Neuaktionäre hatten beim Börsengang im Mai 38 Dollar berappen müssen.
Achillesferse Mobil-Geräte
Zuckerberg erklärte, die Ergebnisse von neuen Werbemöglichkeiten seien ermutigend. Facebook habe einen "klaren Weg" gefunden, um ein starkes Mobil-Geschäft aufzubauen. Viele Investoren befürchten, dass das Unternehmen auf Mobiltelefonen und Tablet-PCs keine hohen Werbeeinnahmen erzielen kann. Zuckerberg wies Berichte zurück, wonach Facebook an einem eigenen Smartphone arbeite. Die Entwicklung von Hardware sei für den Konzern wenig sinnvoll, sagte der 28-Jährige.
Vor allem die steigende Beliebtheit von Smartphones hatte sich als Problem herausgestellt - auf den kleinen Bildschirmen lässt sich kaum Werbung unterbringen. "Die mobile Nutzung ist eine große Chance für Facebook", versicherte indes Zuckerberg. "Die Leute nutzen Facebook stärker, wenn sie ein Smartphone haben." Mittlerweile greifen mehr als die Hälfte aller Nutzer über ihr Handy auf das Netzwerk zu. Wieviel Geld über Smartphone-Werbung hereinkommt, schlüsselt das Unternehmen aber nicht auf.
Auch Zynga mit Verlusten
Zynga ("Farmville") wurde einst als künftiger Börsenstar mit einem Wert von bis zu 20 Mrd. Dollar gehandelt, das Geschäft entwickelt sich jedoch nicht so wie erhofft. In mehreren Quartalen in Folge liefen Verluste auf. Von April bis Juni verlor der Spieleentwickler fast 23 Mio. Dollar und strich am Mittwoch auch noch die Jahresprognose zusammen. Neue Games kommen später heraus als geplant und bestehende Titel verlieren Spieler. Das Umfeld auf Facebook sei "herausfordernder" geworden, erklärte Zynga.
Zynga versucht zwar auch, eine von Facebook unabhängige Web-Plattform für seine Spiele aufzubauen, sie steht aber erst am Anfang. Noch haben Zynga und Facebook eine fast symbiotische Verbindung: Über das weltgrößte Online-Netzwerk kommen die meisten Spieler zu Zynga. Das eigentliche Spiel ist kostenlos, der Entwickler verdient sein Geld innerhalb der Simulation mit dem Verkauf virtueller Güter wie Traktoren in "Farmville" oder Gebäuden in "Cityville". Facebook bekommt einen Anteil an diesen Einnahmen. Die schlechten Nachrichten von Zynga sind Gift für die Facebook-Aktie. Immerhin trägt ZYnga etwa 15 Prozent zum Umsatz von fAcebook bei.
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Umsatzverlust Vom Umsatz kannst ohnehin nicht leben wenn kein Gewinn bleibt ......