Exzentrischer Eiszwerg: Pluto ist der kleinste Planet des Sonnensystems

Wurde erst 1930 von US-Amerikaner entdeckt

Pluto ist der kleinste Planet des Sonnensystems. Der nach dem griechischen Gott der Unterwelt benannte Winzling hat nur einen Durchmesser von 2.300 Kilometern - weniger als der Erdenmond (3.500 Kilometer). Anders als die übrigen Planeten des äußeren Sonnensystems ist der minus 230 Grad Celsius kalte Pluto kein Gasriese, sondern eher ein Eiszwerg, wie sie zu zigtausenden bei der Entstehung des Sonnensystems übrig geblieben sind und seitdem den so genannten Kuipergürtel am Rand unseres Systems bilden.

Pluto ist der erste Planet, der von einem Amerikaner entdeckt wurde - am 18. Februar 1930 von Clyde Tombaugh vom Lowell Observatory. Er umkreist die Sonne in einer anderen Ebene als alle übrigen Planeten. Je nach Jahreszeit ist er 30 bis 50 Mal so weit von der Sonne entfernt wie die Erde. Für einen Sonnenumlauf benötigt der zu knapp einem Drittel aus gefrorenem Wasser bestehende Eisplanet 248 Erdenjahre. Auf seiner eiförmigen Bahn kommt Pluto der Sonne regelmäßig näher als sein Nachbar Neptun und wird damit vorübergehend zum achten Planeten. Das war zuletzt in den achtziger und neunziger Jahren der Fall. Seit dem 11. Februar 1999 ist Pluto aber wieder der neunte Planet.

Außer seinem Mond Charon hat Pluto offensichtlich noch zwei weitere Begleiter, die das Weltraumteleskop "Hubble" erst im vergangenen November aufgespürt hat.

Wegen seiner exzentrischen Eigenschaften sind nicht alle Astronomen heute noch überzeugt, dass es sich bei Pluto überhaupt um einen Planeten handelt. Die zuständige Internationale Astronomische Union (IAU) beendete zwar 1999 diesen Astronomenstreit mit der Entscheidung, dass der Eiszwerg den Planeten zuzurechnen sei. Würde er jedoch heute entdeckt, bekäme er wahrscheinlich nicht mehr so leicht den Planetenstatus. So blieb dieser etwa dem mit 1.700 Kilometern Durchmesser nur wenig kleineren Planetoiden Sedna verwehrt, den Astronomen 2004 entdeckt hatten. (apa/red)