Experten warnen vor Zahlungen im Web: Sicherheitsprobleme beim Online-Banking

Deutschland klagt über Welle von Phishing-Attacken Banken kommen oft nicht mehr für die Schäden auf

Experten warnen vor Zahlungen im Web: Sicherheitsprobleme beim Online-Banking © Bild: FORMAT

"Bei den Sicherheitsproblemen müssen wir uns fragen, ob man den Zahlungsverkehr via Internet überhaupt noch empfehlen kann." Angesichts zahlreicher Betrugsfälle beim Online-Banking warnen jetzt deutsche Experten vor Zahlungen via Web. Eine Welle von Phishing-Attacken hat deutschen Bankkunden das Leben in den vergangenen Wochen schwer gemacht. Die Institute sind auch immer seltener bereit, für entstandene Schäden zu haften.

Angesichts sich massiv häufender Beschwerden über Betrugsfälle beim Online-Banking hat die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen Alarm geschlagen: "Bei den Sicherheitsproblemen müssen wir uns fragen, ob man den Zahlungsverkehr via Internet überhaupt noch empfehlen kann." So Hartmut Strube, Finanzjurist bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen zu ZDNet.

Welle von Phishing-Attacken
Es gebe, besonders in den letzten Wochen, eine massive Betrugswelle durch so genanntes Phishing, mit dem sich Hacker Zugriff auf Online-Konten verschaffen. Nach Erkenntnissen Strubes sind immer mehr osteuropäische Banden am Werk. Sven Kretzschmer von der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt berichtete jedoch, dass sich auch geprellte Bankkunden melden, bei denen die Institute sich weigern, für die Schäden aufzukommen - oder nur eine minimale Beteiligung anbieten. Eine Praxis, die nach Auffassung Strubes in Zukunft spürbar zunehmen könnte, berichtet ZDNet.

Banken haften nicht für Schäden
Bislang scheine die Schadensregulierung auf Kulanzbasis für die Banken noch lohnend zu sein, weil sie das Online-Banking, das inzwischen rund ein Drittel der Deutschen betreiben, wegen der Kostenersparnis weiter ausbauen wollen. "Wird allerdings das Online-Banking eines Tages so verbreitet sein wie heute die EC-Karte, müssen wir damit rechnen, dass die Banken weit weniger kulant reagieren und es auf ein Beweislastverfahren ankommen lassen", warnte Strube. Juristisch sei die Sache nicht eindeutig. Verbraucher, die sich durch E-Mails von Betrügern auf gefälschte Internet-Seiten lotsen lassen und dort ihre Daten eingeben, könnte Fahrlässigkeit vorgeworfen werden, so ZDNet. (APA/red)