Ex-Trainer Mayer in der Psychiatrie: Ex- ÖSV-Coach noch länger im LKH Klagenfurt

Behandlung könnte noch bis zu drei Wochen dauern Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Körperverletzung

Der nach der Doping-Razzia bei den Olympischen Spielen und seiner anschließenden Amokfahrt in Kärnten in der Nacht auf Montag ins Landeskrankenhaus Klagenfurt eingelieferte ehemalige ÖSV-Coach Walter Mayer wird sich dort noch länger in psychiatrischer Behandlung befinden. Von Seiten des Krankenhauses wurde Dienstagabend erklärt, dass Mayer voraussichtlich zwei bis drei Wochen im "Zentrum für Seelische Gesundheit" bleiben werde.

Der medizinische Direktor des Krankenhauses, Thomas Koperna, sagte gegenüber dem ORF-Kärnten, dass sich Mayer nach seiner Flucht vor der Polizei und dem Unfall bei einer Polizeisperre in einer psychischen Ausnahmesituation befunden habe und deshalb ins Spital gebracht worden sei. Soweit gehe es ihm jetzt gut und man werde sehen, wie die Behandlungen anschlagen. Der Ex-Coach hatte die Erlaubnis erteilt, über seinen Zustand Auskunft zu geben.

Mayer wird vermutlich auch nochmals vor dem Untersuchungsrichter in Klagenfurt erscheinen müssen, da laut Leitendem Staatsanwalt Gottfried Kranz die Voruntersuchungen noch nicht abgeschlossen seien. Am Dienstag war der ehemalige ÖSV-Trainer erstmals einvernommen worden und hatte sich zu allen Anklagepunkten, die ihm in Kärnten zur Last gelegt werden, schuldig bekannt. Dem Salzburger werden Widerstand gegen die Staatsgewalt, schwere Körperverletzung und schwere Sachbeschädigung angelastet.

Schröcksnadel: Mayer "suizidgefährdet"
ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel hatte zuvor in einem Ö3-Interview den möglichen Grund dafür angedeutet, weshalb Mayer in psychiatrischer Behandlung sei. Demnach werde er dort behandelt, "weil er angeblich suizidgefährdet ist", so Schröcksnadel. In der Causa der hastig abgereisten Athleten Wolfgang Perner und Wolfgang Rottmann distanziert sich mittlerweile auch Cheftrainer Alfred Eder von den Athleten.

Ob sich Mayer freiwillig ins LKH begab oder von der Polizei eingewiesen wurde, war vorerst nicht in Erfahrung zu bringen. Gerüchten zufolge soll es auch einen "Fluchtversuch" durch ein Fenster gegeben haben. Ob es sich dabei um ein Fenster der Polizeistation in Paternion, dem Schauplatz seiner spektakulären Amokfahrt, oder eines im LKH Klagenfurt gehandelt hat, war ebenfalls nicht zu eruieren.

Entlassung nicht rechtskräftig?
Der Innsbrucker Rechtsanwalt Heinz Mildner hat Mayer in seinem Arbeitsrechtsprozess gegen die FIS vertreten. Mildner erreichte in erster Instanz, dass die Sperre der FIS aus arbeitsrechtlichen Gründen aufgehoben wurden. Gegen die Olympiasperre Mayers bis Vancouver 2010 hatte Mildner aber keine Klage eingebracht. Dass die Entlassung Mayers beim ÖSV rechtskräftig sei, bezweifelt er.

"Ich habe mit Mayer seit längerer Zeit keinen Kontakt gehabt", sagte Mildner gegenüber der APA. "Ich habe meine ganzen derzeitigen Informationen nur aus den Medien erhalten. Ich wusste auch nichts von der angeblichen Hausdurchsuchung bei Mayer zu Weihnachten." Ob die Anzeige Mayers bei der Staatsanwaltschaft in Turin eine Retourkutsche der WADA (Welt-Anti-Doping-Agentur) oder der FIS gewesen sei, will Mildner nicht sagen, nur so viel: "Die Anwesenheit Mayers in Turin, auch als Privatperson, war der FIS sicherlich ein Dorn im Auge."

Dass Mayer am Sonntagabend von ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel via TV die fristlose Entlassung hinnehmen musste, sieht Mildner höchstens als Ankündigung: "Man muss das genau untersuchen, denn die Delikte die Mayer vorgeworfen werden, wie seine Anwesenheit in Turin oder sein Autounfall in Kärnten, das hat Mayer alles als Privatperson gemacht." Wobei Mildner betont, er habe bisher noch kein weiteres Mandat von Mayer, als jenes ihn gegenüber der FIS zu vertreten.

Mayer hatte Anreise angekündigt
Dass Mayer bei den Olympischen Spielen anwesend sein wird und auch in einer der vom ÖSV angemieteten privaten Unterkünfte schlafen wird, war kein Geheimnis. Der Salzburger hatte genau dies in einem Gespräch mit der APA am 3. Februar angekündigt.

"Ich bin auf alle Fälle unten in Italien und werde mich um den Trainingsbetrieb kümmern", hatte der 48-Jährige damals im APA-Gespräch erklärt. Wohnen werde er in einem der Privatquartiere, die der ÖSV u.a. auch für Langläufer und Biathleten in Pragelato bzw. San Sicario angemietet hat, sagte er damals. Die Bewerbe werde er aus nächster Nähe verfolgen - und sei es nur mit normaler Eintrittskarte, so Mayer damals.

(apa/red)