Eva-Maria Himmelbauer von

"Es ging Schlag auf Schlag"

Die Jung-Politikerin im NEWS.AT-Interview über die ersten Tage als Abgeordnete

Eva-Maria Himmelbauer - "Es ging Schlag auf Schlag" © Bild: ÖVP

Sie ist erst 25 Jahre alt, kommt aus der Jungen Wirtschaft Hollabrunn und trat Anfang Juli als Österreichs jüngste Nationalratsabgeordnete die Nachfolge Heribert Donnerbauers an: Eva-Maria Himmelbauer spricht im Interview mit NEWS.AT über ihren Weg ins Hohe Haus, die ersten Tage als Parlamentarierin und ihre geplanten Arbeitsschwerpunkte.

NEWS.AT: Frau Himmelbauer, wie wird man mit nur 25 Jahren zur Nationalratsabgeordneten?
Eva-Maria Himmelbauer: Das war eigentlich sehr kurzfristig. Heribert Donnerbauer hat mich zu sich eingeladen und mich direkt gefragt, ob ich mir vorstellen kann seine Nachfolge anzutreten. Ich habe mir dann erst einmal Bedenkzeit erbeten - das ist natürlich keine Entscheidung, die man von heute auf morgen treffen kann. Im Endeffekt habe ich aber sehr gerne zugesagt, nachdem auch die Parteigremien getagt haben.

Persönlich ist es bei mir so, dass Politik bei uns zu Hause immer ein offenes Thema war. Wir haben am Mittagstisch offen über Themen diskutiert und sie auch kommentiert und dadurch bin ich auch dazu gekommen, mich politisch zu engagieren und mich einzubringen.

NEWS.AT: Wie lange mussten Sie überlegen?
Himmelbauer: Es waren schon ein paar Tage. Mit 25 macht man sich natürlich Gedanken darüber wie das Leben weitergeht. Natürlich das Studium beenden, aber in welche Richtung soll es danach weitergehen? Nationalratsabgeordnete zu werden war aber natürlich nicht eingeplant und da musste ich erst überlegen: Mache ich das? Die Entscheidung ist aber relativ schnell gekommen, ja ich möchte das machen, und dann war die nächste Frage: Wie gehen wir das an?

NEWS.AT: Wie hat denn die Familie reagiert?
Himmelbauer: Sehr positiv, ebenso wie mein Freundeskreis. Das ist mir auch sehr wichtig, zu wissen, dass die hinter mir stehen und mich unterstützen.

NEWS.AT: Wie waren die ersten Tage als Abgeordnete?
Himmelbauer: Stressiger als eigentlich gedacht (lacht). Der Tag der Angelobung war wirklich spannend und es ging auch alles irrsinnig schnell. Um 7.30 Uhr war ich bereits im Parlament und habe mich mit den Plenarunterlagen vorbereitet, Fototermin im Plenarsaal, ein erstes Interview und auf einmal war es neun Uhr und ich bin im Plenarsaal gestanden und habe gesagt „Ich gelobe“. Das war auf einmal da und es ging auch Schlag auf Schlag weiter. Es war auch anders, als man es vielleicht aus dem Fernsehen kennt.

NEWS.AT: Inwiefern anders?
Himmelbauer: Ich war sehr angenehm überrascht, von den Vertretern der anderen Parteien direkt angesprochen zu werden und auch durchwegs Glückwünsche zu empfangen.

NEWS.AT: Wie haben Sie sich denn auf die ersten Plenarsitzungen vorbereitet?
Himmelbauer: Von der Zeit der Bekanntgabe bis zur Angelobung war es mir sehr wichtig, bei mir in der Region unterwegs zu sein. Zu den Leuten zu fahren, Themen und Anliegen zu sammeln. Denn darum geht es ja, ich bin Weinviertel-Mandatarin und Wirtschaftsbund-Mandatarin. Ich sammle die Anliegen aus der Region, mache sie zu meinen und setze dadurch die Schwerpunkte.

NEWS.AT: Zurück zu den bereits angesprochenen Schwerpunkten in Ihrer parlamentarischen Arbeit. Wo möchten Sie die setzen?
Himmelbauer: Ein sehr großes Thema in der Region ist eindeutig die Infrastruktur. Einerseits gibt es einige große Straßenbauprojekte wie die Weinviertel-Schnellstraße, die Marchfeld-Schnellstraße oder die Nordautobahn, andererseits wird die Ansiedlung neuer Unternehmen in der Region einen Schwerpunkt bilden. Das sind die ersten Eindrücke, die ich gesammelt habe. Das ist aber noch nicht alles und deswegen bin ich auch noch unterwegs, um in weiterer Folge wirklich konkret werden zu können, welche Themen es in Zukunft sein werden.

NEWS.AT: Sie haben ja bereits im Vorfeld angekündigt, dass es eines Ihrer Anliegen sein wird, die lokale Wirtschaft und Unternehmensgründungen zu unterstützen. Wie stellen Sie sich das vor?
Himmelbauer: Da arbeite ich sehr eng mit der Jungen Wirtschaft zusammen. Nächste Woche habe ich den ersten Termin mit der Bundesleitung, um zu konkretisieren, welche Maßnahmen das sein können. Die werden wir auch im Sommer noch entsprechend präsentieren. Ein wichtiges Thema ist sicher die Jungunternehmerförderung. Hier werden gerade kreative und innovative Ideen von jungen Menschen, die es mangels Finanzierung nie auf den Weltmarkt schaffen würden, finanziell unterstützt.

NEWS.AT: Anderes Thema. Sie haben ja einen IT-Familienbetrieb zu Hause, studieren Wirtschaftsinformatik. Wie stehen Sie zum Thema Urheberrechtsschutz im Internet?
Himmelbauer: Das ist ein schwieriges Thema. Ich habe mich natürlich schon, auch wegen meines Studiums, darüber informiert, kann dazu aber derzeit keine konkrete Aussage machen. Die IT-Schiene ist mir sehr wichtig und ich möchte da auch in Zukunft etwas machen, derzeit ist aber regionale Arbeit wichtiger.

NEWS.AT: Es sind relativ wenige Parlamentsabgeordnete auf Twitter vertreten, von der ÖVP noch weniger als von anderen Parteien. Wie stehen Sie zu sozialen Medien als Öffentlichkeitskanal, als Möglichkeit, Anliegen direkter weiterverbreiten zu können?
Himmelbauer: Ich finde Social Media generell sehr gut. Was mir wichtig ist, ist Politik auf Augenhöhe zu vermitteln und das ermöglichen Social Media-Plattformen. Ich bin auf Facebook und Twitter - wenn auch auf Twitter noch ein bisschen ausbaufähig - aber ich finde es wichtig und habe auch vom ersten Tag an versucht, so viel wie möglich zu posten. Auch um zu vermitteln wie mein Tagesablauf aussieht und was ich eigentlich mache. Und auch, um zu vermitteln, worum es bei Politik geht. Man kann es fast direkt miterleben.

NEWS.AT: Wie sieht es mit Ihren Urlaubsplänen aus?
Himmelbauer: Ich bin jetzt ein paar Tage im Amt, ich finde da brauche ich noch keine Sommerpause, so anstrengend war es noch nicht (lacht). Nein es geht mir darum, jetzt direkt unterwegs zu sein. Wenn sich zwei Tage oder so ergeben wäre das natürlich wunderbar, ich bin ja auch gern auf Festivals. Aber vorrangig geht es mir jetzt wirklich darum, in der Region unterwegs zu sein und mit den Leuten zusammenzukommen.

NEWS.AT: Wie geht es im Herbst mit dem Studium weiter?
Himmelbauer: Ich möchte mir jetzt einmal anschauen, wie es von der Zeit her ist. Mir ist wichtig, auch bei uns im Unternehmen weiterhin da zu sein. Beim Studium fehlt mir ja nicht mehr viel bis zum Abschluss. Das heißt wenn es die Zeit zulässt, versuche ich es auf jeden Fall.

NEWS.AT: Vielen Dank und viel Erfolg!

Kommentare

MyHomebound melden

Prima Altersvorsorge Naja, auch so kann mann/frau seinen Lebensabend sichern...auf unserem Rücken...

drowhunter melden

Re: Prima Altersvorsorge ... geh bitte woanders hin... erst regen sich alle über unsere politier auf, nun gibts junge die es versuchen möchten und mitwirken möchten, dann passt das auch nicht.. es is zum plärrn...

kickoff melden

Re: Prima Altersvorsorge Sonst ist er ja saudumm der "drowhunter" Aber wo er recht hat, hat er recht und hier hat er besonders recht!

auwehäfn
auwehäfn melden

Re: Prima Altersvorsorge bis dieses junge ding eine politiker pension erhhalten würde ,gibt es die ÖVP schon lange nicht mehr !

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